«Alpina» in Wolfenschiessen dienst als Unterkunft für Kriegsflüchtlinge

Der Kanton Nidwalden hat mit dem neuen Besitzer des Hotels Alpina eine Vereinbarung unterzeichnet, wonach die Hotelzimmer und zwei Wohnungen temporär als Unterkunft für ukrainische Schutzsuchende genutzt werden können. Dadurch kann die Kapazität im Kanton um 40 Plätze erhöht werden.

Bisher sind dem Kanton Nidwalden rund 250 Schutzsuchende aus der Ukraine zugewiesen worden, nachdem sich diese in einem Bundesasylzentrum registriert und den Schutzstatus S beantragt haben. Die Kriegsflüchtlinge werden in einer ersten Phase kurzzeitig in zwei Aufnahmestellen in Stansstad untergebracht, die total 150 Plätze bieten, bevor die auf geeignete Unterkünfte in verschiedenen Gemeinden verteilt werden. In denn Aufnahmestellen ist der Zivilschutz aus seinem Aufbau- und Ersteinsatz herausgelöst worden, nachdem die Betreuung der Schutzsuchenden nun zusehends durch zusätzlich angestelltes Kantonspersonal sichergestellt werden kann.

Gegen 220 aus der Ukraine geflüchtete Personen haben inzwischen in eine private Unterkunft umsiedeln können. In diesem Bereich kann der
Kanton Nidwalden seine Kapazitäten dank der Zusammenarbeit mit dem Hotel Alpina in Wolfenschiessen nun um zusätzliche 40 Plätze erhöhen. «Wir sind sehr froh, dass wir die Hotelzimmer und zwei Wohnungen im selben Gebäude für ukrainische Kriegsflüchtlinge zwischennutzen können. Dies verschafft uns bei der auf Hochtouren laufenden Untersuchungssuche etwas Luft»,
sagt Gesundheits- und Sozialdirektorin Michèle Blöchliger, die zusammen mit Justiz- und Sicherheitsdirektorin Karin Kayser-Frutschi den kantonalen Sonderstab Ukraine leitet. Angebote für Privatunterkünfte sind nach wie vor willkommen und können über ein Online-Formular auf www.mw.ch/ukraine-hilfe eingereicht werden. «Wie danken der Bevölkerung für ihr grosses Engagement nicht nur im Wohnungsbereich, sondern auch auf verschiedenen anderen Ebenen in dieser humanitären Krise, die uns alle sehr betroffen macht», fährt Michèle Blöchliger fort.

Das Hotel Alpina hat einen neuen Besitzer

Nebst möblierten Zimmern und sanitären Anlagen finden die Ukrainerinnen und Ukrainer im «Alpina» auch eine Gemeinschaftsküche und Aufenthaltsräume vor, sodass sie imstande sind, für sich autonom zu sorgen. Vom Kanton eingesetzte Betreuungspersonen gehen regelmässig vor Ort und stehen den Schutzbedürftigen als ersten Ansprechstelle zur Verfügung. Schulpflichtige Kinder und Jugendliche erhalten die Möglichkeit, den Unterricht einer Integrationsklasse zu besuchen. Der Gemeinderat von Wolfenschiessen führt am Montag, 2. Mai um 20:00 Uhr, in der Aula Zelgli für die Bevölkerung eine Informationsveranstaltung durch.

Die temporäre Nutzung als Flüchtlingsunterkunft ist dank des Entgegenkommens des neuen Besitzers des Hotels Alpina, Joel Odermatt, zustande gekommen. Der frühere Wirt des Chalet Seefeld in Buochs hat das seit längerer Zeit geschlossene Hotel übernommen und wird das Restaurant mit lokaler Küche im Herbst nach einer Renovation in neuem Design wiedereröffnen. «Es handelt sich um sanfte Renovationsarbeiten, die nur wenig oder gar keinen Lärm verursachen. Zudem lassen sich der Restaurationsbetrieb und der Hotelteil gut voneinander trennen», erzählt Joel Odermatt.
Ursprünglich war geplant, die Türen zu den Hotelzimmer auf den gleichen Zeitpunkt hin wieder für Gäste aus aller Welt zu öffnen. Auch nach der Anfrage des Kantons hat sich Joel Odermatt bei der Innensanierung nun für ein etappiertes Vorgehen entschieden und stellt die Hotelzimmer und die beiden Wohnungen vorerst für rund ein Jahr als Herberge für ukrainische Kriegsflüchtlinge zur Verfügung. «Natürlich freue ich mich, wenn ich meine unternehmerischen Pläne dann auch im Hotel umsetzen kann.
Doch genauso glücklich macht es mich, wenn ich jetzt einen solidarischen Beitrag leisten kann, um die Not der Menschen aus der Ukraine zu lindern.»

Annäherung an ursprünglichen Verteiler ist erwünscht

Der Kanton Nidwalden begrüsst, dass sich der Bund bei der Zuweisung der Schutzsuchenden aus der Ukraine an die Kantone wieder dem ursprünglichen Verteiler im Asylwesen annähern will. Dank Sonderefforts und der guten Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, Gemeinden, Institutionen und Firmen hat Nidwalden bisher mehr Betroffene aufnehmen können. «Die Ukraine-Lage haben wir bis heute gut bewältigen können, doch mit Blick auf den Sommer und zusätzlich erwarteten Asylsuchenden aus Nordafrika und
dem Nahen Osten könnte sich die Situation bei den Unterbringungsmöglichkeiten weiter zuspitzen», führt Gesundheits- und Sozialdirektorin Michèle Blöchliger vor Augen. Deshalb ist der Kanton laufend daran, neue Kapazitäten zu prüfen. So werden gegenwärtig auch Abklärungen für eine modulartig erstell- und erweiterbare Kollektivunterkunft an einem geeigneten Standort getroffen.