Beiträge an Schutzwaldprojekte in Dallenwil und Oberdorf

Rund 60 Prozent der Wälder im Kanton Nidwalden haben die Funktion eines Schutzwaldes. Sie schützen Menschen, Häuser und Strassen vor Naturereignissen. Die Pflege von Schutzwald ist eine Daueraufgabe. Der Regierungsrat hat zwei langfristig ausgerichtete Projekte in Dallenwil und Oberdorf genehmigt und den Waldbesitzern Kostenbeiträge an die erste Etappe zugesichert.

Die Schutzwirkungen des Waldes sind mannigfaltig. So vermag er Lawinenanrisse zu verhindern und Steinschlag aufzuhalten. Er reguliert den Wasserhaushalt im Boden, dämpft Abflussspitzen, stabilisiert mit seinem Wurzelwerk die Hänge oberhalb von Wildbächen und reduziert damit den Geschiebeeintrag in die Gewässer. Um all diese Wirkungen erreichen zu können, muss der Wald in einem stabilen Zustand sein. «Bei rechtzeitiger und zielgerichteter Pflege kann die Schutzwirkung 10- bis 20-mal kostengünstiger erreicht werden als mit technischen Verbauungen», erläutert Landwirtschafts- und Umweltdirektor Joe Christen.

Gemäss Bundesgesetz über den Wald sind die Kantone verpflichtet, die Anrissgebiete von Lawinen und die Rutsch-, Erosions- und Steinschlaggebiete zu sichern, wo es der Schutz von Menschen und erheblichen Sachwerten erfordert. Für diese Sicherungsmassnahmen sind möglichst naturnahe Methoden anzuwenden. Im Kanton Nidwalden erfüllen rund 60 Prozent aller Wälder eine Schutzfunktion gegen Naturereignisse. Allein mit dem Holzerlös können die Kosten für die Holzerei- und Jungwaldpflegearbeiten nicht gedeckt werden. Da der Schutz vor Naturereignissen von grossem öffentlichen Interesse ist, beteiligen sich Bund und Kanton an den Aufwendungen für die Schutzwaldpflege.

Der Nidwaldner Regierungsrat hat nun die Schutzwaldprojekte Dallenwil und Oberdorf 2021 – 2030 genehmigt. An den Kosten von rund 1.9 Millionen Franken für die erste Etappe (2021 – 2024) beteiligen sich Bund und Kanton mit maximal 13.4 Millionen. Zusammen mit dem erwarteten Holzerlös können so die Kosten gedeckt werden. Neben den bewährten Massnahmen im Schutzwald wie der Waldverjüngung, der Stabilitätsdurchforstung und der Jungwaldpflege geht es darum, den Wald für die Zukunft «klimafit» zu machen. Mit einer möglichst breiten Baumartenpalette wird das Risiko vermindert, dass der Wald seine Schutzwirkung nicht mehr erfüllen kann, wenn einzelne Baumarten durch Trockenheit oder Schädlinge ausfallen. Baumarten, die Trockenheit gut ertragen, werden bei der Jungwaldpflege gefördert und wo sie im Jungwald an geeigneten Standorten fehlen, durch Pflanzungen eingebracht. Dies sind zum Beispiel Eiche, Spitzahorn oder Linde.

Die Wälder in den Projektgebieten in Dallenwil und Oberdorf gehören insgesamt 125 Waldeigentümern. Die Projektträgerschaft haben die beiden Uertekorporationen Dallenwil und Büren nid dem Bach übernommen. Sie werden die geplanten Arbeiten durch die eigene Forstgruppe von Dallenwil und durch Forstunternehmer fachgerecht ausführen.