Das Berufs- und Weiterbildungszentrum Obwalden benötigt am Standort Sarnen zusätzlichen Platz

Das Berufs- und Weiterbildungszentrum Obwalden benötigt auf Beginn des Schuljahrs 2023 / 2024 zusätzliche Unterrichtsräume am Standort Sarnen. Das zuständige Bau- und Raumentwicklungsdepartement hat verschiedene Varianten in einer Machbarkeitsstudie geprüft und die Bestvariante zum Bauprojekt ausgearbeitet. Für die Realisierung beantragt der Regierungsrat beim Kantonsrat einen Objektkredit in der Höhe von 2,45 Millionen Franken.

Das Berufs- und Weiterbildungszentrum Obwalden (BWZ) stellt an den Standorten Sarnen und Giswil die berufliche Aus- und Weiterbildung im Kanton Obwalden sicher. Nachdem in den letzten Jahren die Schulabgängerinnen und Schulabgänger zurückgingen, kommen ab dem Schuljahr 2023 / 2024 wieder geburtenstärkere Jahrgänge aus der obligatorischen Schule in die Berufsbildung. Auf Beginn des Schuljahres 2023 / 2024 schliessen
rund 17 Prozent mehr Schülerinnen und Schüler als im Vorjahr die obligatorische Schule ab. Entsprechend wird ein starkes Lernendenwachstum erwartet. In den Folgejahren soll die Anzahl Lernende weiter leicht steigen.
Das BWZ rechnet deshalb mit einem Bedarf von vier zusätzlichen Unterrichtsräumen ab dem Schuljahr 2023 / 2024 am Standort Sarnen.

Bestehende Kapazitäten ausgeschöpft

Das im Jahr 1972 erstellte Gebäude wurde im Rahmen der Sanierung im Jahre 2005 auf 18 Unterrichtszimmer erweitert und für 650 bis 700 Lernende ausgelegt. Aktuell besuchen 875 Lernende das BWZ. Nebst den zusätzlichen benötigen Unterrichtsräumen ab dem Schuljahr 2023 / 2024 verfügt das BWZ am Standort Sarnen bereits heute über unzureichende Aufenthaltsbereiche für die Lernenden. Für das Mittagessen, für den Austausch vor oder nach dem Unterricht sowie für Gruppenarbeiten während des Unterrichts steht zu wenig Platz zu Verfügung. Die Lernenden behelfen sich mit den Treppen als Sitzgelegenheiten und wo möglich wurden Festbankgarnituren aufgestellt.

Übergangslösung im Rahmen der Immobilienstrategie

Die Immobilienstrategie des Kantons sieht eine Sanierung und Erweiterung des BWZ am Standort Sarnen frühestens ab dem Jahr 2030 vor. Vorgängig werden die gemäss Immobilienstrategie mit höhere Priorität eingestuften Bauvorhaben des Kantons an die Hand genommen. Dazu zählen die Sanierung und Erweiterung des Psychiatriegebäudes Sarnen und eine Lösung für das sanierungsbedürftige Polizeigebäudes Foribach. „In der Immobilienstrategie wurde deshalb festgehalten, dass je nach Entwicklung der Schülerzahlen bereits vorher zusätzlicher Raumbedarf beim BWZ mit Übergangslösungen abzudecken ist“, erklärt Baudirektor Josef Hess.

Aufstockung und Optimierung des bestehenden Gebäudes

Aufgrund des zu erwartenden markanten Anstiegs der Schülerzahlen auf Beginn des Schuljahres 2023 / 2024 erteilte der Regierungsrat den Auftrag, Möglichkeiten für eine Übergangslösung des BWZ am Standort Sarnen zu prüfen. Die getätigten Abklärungen ergaben, dass der zusätzliche Raumbedarf von vier Unterrichtsräumen nicht innerhalb des kantonalen Immobilienbestandes aufgefangen werden kann. Auch eine Reduktion des Ausbildungsangebots wurde überprüft, jedoch würde dies nicht dem Bildungsauftrag des Kantons entsprechen. „Das BWZ erbringt seine Leistungen sehr effizient, do konnte das BWZ als eine der wenigen Berufsschulen schweizweit in den Rechnungen 2019 und 2020 gar einen Nettoertrag ausweisen“, hält Josef Hess fest.

In der Folge wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, mit dem Ziel, für den ausgewiesenen zusätzlichen Raumbedarf eine möglichst wirtschaftliche und betrieblich optimale bauliche Übergangslösung zu ermitteln. Im November 2021 nahm der Regierungsrat Kenntnis von der Machbarkeitsstudie und erteilte für die darin ermittelte Bestvariante einen Planungskredit in Höhe von 150’000 Franken, um das Bauprojekt auszuarbeiten. Die Bestvariante sieht vor, die vier benötigten zusätzlichen Unterrichtsräume und den Lernbereich am bestehenden Standort in einer Aufstockung unterzubringen und die Aula, das Foyer und den Aufenthaltsbereich mit baulichen Massnahmen betrieblich zu optimieren.

Kantonsrat entscheidet über Objektkredit

Zwischenzeitlich liegen das Bauprojekt und der Kostenvoranschlag für die Übergangslösung vor. Das Bauprojekt geht von Kosten mit einer Genauigkeit von +/- 10 Prozent und inklusive Mehrwertsteuer in der Höhe von 2,6 Millionen Franken aus. Abzüglich des bereits zugesicherten Planungskredites ergibt sich ein Objektkredit von 2,45 Millionen Franken. Die Behandlung der Objektkreditvorlage ist an der Kantonsratssitzung vom 19. bis
zum 20. Mai 2022 vorgesehen. Der Start der Bauausführung ist ab Januar 2023 geplant. Das angepasste und erweiterte Schulgebäude am Standort Sarnen soll dem BWZ im Sommer 2023 übergeben werden.