Der Nidwaldner Bartgeier wird «Nina» oder «Marco» heissen

Der Kanton Nidwalden unterstützt die Wiederansiedlung von Bartgeiern in der Zentralschweiz. Für einen Alpenvogel, der in diesem Frühsommer ausgewildert wird, konnte die Bevölkerung Namensvorschläge einreichen. Aus einer Vielzahl von originellen Ideen hat eine prominente Jury die Siegernamen erkoren. Das Rennen haben «Nina» und «Marco» gemacht.

Bartgeier waren in den Alpen lange Zeit ausgestorben. Um die Wiederansiedlung zu unterstützen, der zwischen Mai und Juli 2022 auf Melchsee-Frutt ausgewildert wird. In den vergangenen Wochen hat der Kanton in der Bevölkerung einen Namenswettbewerb für den «Nidwaldner Bartgeier» durchgeführt. Sowohl über ein Online-Formular wie auch per Post konnten je ein Vorschlag für ein Männchen und ein Weibchen eingereicht werden, da das Geschlecht des auszuwildernden Alpenvogels zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht feststeht. «Das Interesse war riesig.», freut sich Frau Landammann Karin Kayser-Frutschi über die hohe Teilnehmerzahl. Nicht weniger als rund 500 männliche und weibliche Namensideen gingen ein, darunter auch zum Schmunzeln anregende Vorschläge wie «Alpenkreuzer», «Bartolomäus», «Fädärä-Fredi» oder «Greiferin vom Bonistock».

Die nicht leichte Aufgabe, aus allen originellen Vorschlägen die beiden Siegernamen zu erküren, hatte eine prominente Jury bestehend aus Landratspräsident Stefan Bosshard, Landammann Karin Kayser-Frutschi sowie den beiden Nidwaldner Bundesparlamentariern, Nationalrat Peter Keller und Ständerat Hans Wicki. Das Quartett einigte sich nach intensiver Beratung auf den Namen «Nina» für einen Weiblichen und «Marco» für ein Männchen. «Die Jury nutzt mit dieser Namensgebung die Möglichkeit, unsere beiden erfolgreichen Olympioniken Nina Christen und Marco Odermatt zu ehren.», sagt Karin Kayser-Frutschi zum Entscheid.

Welcher der beiden auserwählten Namen schlussendlich gewinnt, wird erst feststehen, wenn das Geschlecht des Bartgeiers nach dem Schlüpfen bekannt wird. Als Preis wirkt allen Personen, die den treffenden Namen eingereicht haben, ein Spezialprogramm im Rahmen der Auswilderung auf der Frutt mitsamt Erinnerungsfoto mit dem Bartgeier. Und natürlich wird der Vogel in Zukunft mit dem siegreichen Namen durch die Lüfte der Alpen schweben. «Wir danken der Bevölkerung für die vielen ausgefallenen Namensvorschläge. Es war sehr unterhaltsam, aber auch spannend, aus dieser vielfältigen Liste je einen Namen herauszupicken.», erzählt Karin Kayser-Frutschi. Die Frau Landammann gibt abschliessend ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Wiederansiedlung des Bartgeiers von erfolg gekrönt sein wird – und fügt augenzwinkernd an: «Natürlich würden wir uns freuen, wenn der Bartgeier nicht nur über Obwalden kreisen, sondern auch seinem namensgebenden Kanton ab und zu einen Besuch abstatten wird.»