Der Zivilschutz ist in diesem Jahr besonders stark gefordert

Zuerst die Einsätze im kantonalen Covid-19-Impfzentrum, dann die UkraineKrise und daneben noch ordentliche Aufträge: Die Dienste der Zivilschutzorganisation Nidwalden werden im 2022 stark in Anspruch genommen. Auch dank des Wohlwollens von Arbeitgebenden konnten bisher alle unerwarteten und geplanten Einsätze geleistet werden.

Die Dienste der Zivilschutzorganisation (ZSO) Nidwalden sind in diesem Jahr ausserordentlich gefragt. Bereits in den ersten fünf Monaten haben die Zivilschutzleistenden so viele Einsatztage hinter sich wie zu normalen Zeiten über ein ganzes Jahr. Der Start ins 2022 war geprägt von der Unterstützung des kantonalen Corona-Impfzentrums im alten Zeughaus in Oberdorf.
Nebst der Einrichtung der Räumlichkeiten stellten Angehörige der
ZSO Nidwalden bis nach Mitte Februar auch administrative und logistische Abläufe sicher.

Praktisch nahtlos wurde die Durchhaltefähigkeit der Dienstleistenden erneut auf die Probe gestellt. Mit der erwarteten Ankunft von ersten Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine funktionierte der Zivilschutzorganisation seine Unterkunft in Stansstad innert kurzer Zeit in eine Erstaufnahmestelle mit Schlaf- und Aufenthaltsmöglichkeiten für Familien, Paare und Einzelpersonen um.
Ebenso war der Zivilschutz dafür besorgt, dass die Ankömmlinge Kleider und weitere Gegenstände und Utensilien des täglichen Gebrauchs vorfanden.
Eine besondere Herausforderung war der Umstand, dass viele Geflüchtete ihre Haustiere mit in die Unterkunft brachten. Kurzerhand wurde der komplette Geräteraum geräumt und mit eigens hergestellten Tierboxen eingerichtet,
damit die Schutzsuchenden ihre tierischen Freunde stets in der Nähe hatten. Hinzu kamen weitere logistische und administrative Leistungen, etwa bei der Erfassung der neu in die Unterkunft eintretenden Flüchtlinge. In der Anfangsphase waren auch betreuerische Fähigkeiten der Zivilschutzleistenden gefragt, bis dieser Bereich nach und nach mit Personal besetzt werden konnte, die einen entsprechenden (beruflichen) Hintergrund mitbringen.

Das nächste Engagement wartet bereits

Trotz diesen unerwarteten und herausfordernden Einsätzen gelang es der Zivilschutzorganisation bisher, auch die bereits ordentlich bewilligten Aufträge im vorgesehenen Rahmen wahrzunehmen. So unterstützten Zivilschützer aus Nidwalden die Organisatoren des Engadiner Skimarathons und halfen sie vor kurzem beim Aufbau der Infrastruktur für das Freilichtspiel «Doppelmord auf der Gruobialp» auf Maria-Rickenbach. Eine grosse Verschnaufpause können die Zivilschützer nicht einlegen, steht doch bereits der nächste Grosseinsatz an: Beim Aufbau für das Innerschweizerische Schwing- und Älplerfest von Anfang Juli 2022 auf dem Flugplatz Buochs werden ihre Dienste erneut in
Anspruch genommen.

Zusammengerechnet haben die Zivilschutzangehörigen bisher rund
670 Mann-Tage im laufenden Jahr geleistet. «Ich bin sehr stolz auf die Einsatzbereitschaft unserer Zivilschützer, die auch in für sie ungewohnten Situationen motiviert und engagiert ans Werk gehen»,
hält Zivilschutzkommandant Sandro Magistretti fest. Ihm ist bewusst, dass die Arbeitgebenden der Zivilschützer ein starkes Entgegenkommen an den Tag legen müssen, damit diese Einsätze überhaupt erfolgen können. «Ohne ihre Flexibilität und ihrem Wohlwollen gegenüber dem Zivilschutz wäre all dies nicht möglich gewesen, weshalb auch ihnen ein grosser Dank gebührt»,
betont Sandro Magistretti. Er gibt seiner Hoffnung Ausdruck, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird: «Einsätze des Zivilschutzes in Notsituationen können immer wieder vorkommen und sind im Voraus nicht planbar, aber meistens umso wichtiger zu Gunsten der Bevölkerung.»

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