Die bereits notwendige Triage hat negative Auswirkungen auf alle Patientinnen und Patienten

Die Zentralschweizer Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren, ZGDK, weisen darauf hin, dass die aktuelle Entwicklung in der Covid-19-Pandemie dazu geführt hat, dass zahlreiche Spitäler zusehends an ihre Belastungsgrenze stossen und bereits heute manchenorts eine Triage erforderlich wird. Immer mehr Intensivbetten sind belegt. Gleichzeitig steht immer weniger Gesundheitspersonal zur Verfügung. Wer einen Unfall erleidet, einen Herzinfarkt hat etc. muss damit rechnen, dass die optimale Pflege nicht mehr gewährleistet werden kann.

Triage in der Intensivbehandlung bedeutet, so zu entscheiden, dass die grösstmögliche Anzahl von Leben gerettet wird. Wenn infolge Überlastung  der Intensivkapazitäten Patientinnen und Patienten, die eine Intensivbehandlung benötigen, abgewiesen werden müssen, ist für die Triage die kurzfristige Überlebensprognose das erste und wichtigste Entscheidungskriterium. Bei der Aufnahme auf die Intensivstation haben gemäss geltender Praxis diejenigen Patientinnen und Patienten die höchste Priorität, deren Prognose im Hinblick auf das Verlassen des Spitals mit Intensivbehandlung gut, ohne diese aber ungünstig ist.

Auch die Notfallstationen sind stark ausgelastet. Insgesamt führt dies dazu, dass zwar alle behandelt werden, die Behandlung benötigen, die gewohnte Qualität aber nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Die Folge ist, dass beispielsweise bestimmte Wahleingriffe, aber unter Umständen Krebsbehandlungen, nicht mehr durchgeführt werden können, weil im Anschluss an die Operationen kein Intensivplatz zur Verfügung steht, oder nicht mehr jede erkrankte Person in das Spital ihrer Wahl eintreten kann.

Das betrifft uns alle! Geimpfte wie Ungeimpfte. Denn auch wenn die Ressourcenknappheit auf einer Infektionskrankheit beruht, gegen die eine wirksame Impfung vorliegt, wird nach geltender Praxis  der Impfstatus nicht als Triage-Kriterium anerkannt. Regierungsrat Guido Graf, Präsident der Zentralschweizer Gesundheitsdirektorinnen und -direktorenkonferenz betont “ Es ist deshalb umso wichtiger, dass sich möglichst viele Mitmenschen impfen lassen, bevor es zu Erkrankungen kommt, die unser Gesundheitswesen zusätzlich belasten. Denn ein grosser Teil der IPS-Betten ist heute von Covid-Patientinnen und Patienten belegt und die allermeisten von ihnen sind nicht geimpft.“

Impfen ist ein Akt der für die gesamte Gesellschaft.