Erster Anlass der Fachstelle Private Beistandspersonen

Die neu geschaffene Fachstelle Private Beistandspersonen des Kantons Obwalden präsentiert das Beratungsangebot und würdigt das Engagement von rund 150 Beiständinnen und Beiständen.

Wer aufgrund von Krankheit, geistiger Beeinträchtigung oder Unerfahrenheit die eigenen Interessen nicht selber wahrnehmen oder niemand damit beauftragen kann, erhält Unterstützung durch eine Beiständin oder einen Beistand. Im Kanton Obwalden werden aktuell fast die Hälfte aller Beistandschaften für Erwachsene von Privatpersonen geführt. Diese stammen oft aus dem nahen familiären Umfeld. Sie sorgen in dieser Funktion für gute Rahmenbedingungen im Alltag und kümmern sich um die Administration und Finanzen. Das ist eine verantwortungsvolle und nicht immer einfache Aufgabe.

Seit Mai 2021 nimmt sich die Fachstelle Private Beistandspersonen den Fragen und Anliegen der Privaten Beistandspersonen an. Das Angebot wird bereits rege benutzt. Die Stelle wurde im Rahmen der kantonalen Evaluation des Kindes- und Erwachsenenschutzrechts als eine von mehreren Massnahmen geschaffen. Die vormals zuständigen Gemeindesozialdienste haben diese Aufgabe an die in der KESB integrierten Fachstelle abgegeben. Die neue Fachstelle ist neben der Beratung auch für die Rekrutierung, Schulung und Instruktion der privaten Beiständinnen und Beistände verantwortlich. Sie bietet ein grosses Fachwissen, das unkompliziert im persönlichen Kontakt oder via Internet auf der Webseite des Kantons Obwalden abgerufen werden kann.

Am 16. November 2021 hat die Fachstelle alle privaten Beistandspersonen von Obwalden zur künftig jährlich stattfindenden Weiterbildungsveranstaltung eingeladen. Am diesjährigen Anlass erläuterte der Stellenleiter Reto Geiser die Aufgaben und Angebote der Fachstelle. „Dieser Anlass dient zum Informationsaustausch und soll gleichzeitig auch die Wertschätzung für das grosse Engagement der privaten Beistandspersonen zum Ausdruck bringen“, erklärt er.

Als Abschluss des Weiterbildungsanlasses hat Regierungsrat Christoph Amstad in einem eindrücklichen Referat seine persönlichen Erfahrungen einer erlebnisreichen Fahrradtour ans Nordkap vorgestellt. Es gibt erstaunliche Parallelen zwischen einer langen Reise und der Beistandstätigkeit. Christoph Amstad dankte den privaten Beistandspersonen.

Beistandschaften können je nach Anforderung und Komplexität von Berufsfachleuten oder Privatpersonen geführt werden. Von 319 Beistandschaften für Erwachsene per Jahresbeginn wurden 147 durch private Beistandspersonen geführt. Die Zahlen im Erwachsenenschutz haben sich im Gegensatz zum Kindesschutz in den letzten 20 Jahren kaum verändert. Im schweizweiten Vergleich liegt der Kanton Obwalden weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt. Trotzdem werden laufend neue private Beistandspersonen gesucht. Interessierte melden sich per E-Mail an fspribe@ow.ch.

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