Gründung der Obermatt Kraftwerke AG ist erfolgt

Der Kanton Obwalden und ewl energie wasser luzern beschlossen im Frühling 2019, die Kraftwerke Obermatt und Arni in einer neu zu gründenden Aktiengesellschaft gemeinsam zu betreiben. Mit der Gründung der Obermatt Kraftwerke AG am 31. Januar 2022 durch ewl ist ein nächster Schritt in Richtung gemeinsame Stromproduktion erfolgt.

Mit der Wasserrechtsverleihung vom 17. Oktober 1960 hat der Regierungsrat Obwalden das Elektrizitätswerk Luzern-Engelberg AG in Luzern (heute ewl Kraftwerke AG) berechtigt, die Wasserkräfte der Engelbergeraa auf der Gefällstufe Engelberg-Obermatt sowie des Arni- und Trübbachs zu nutzen. Die beiden Kraftwerke Arni und Obermatt produzieren pro Jahr durchschnittlich 140 Gigawattstunden Strom. Zum Vergleich: Der Strombedarf des Kantons Obwalden betrug im Jahr 2021 258 Gigawattstunden. Gemäss Konzession kann der Kanton Obwalden erstmals per Juli 2022 die hydraulischen und elektrischen Anlagenteile der Kraftwerke durch einen vorzeitigen Rückkauf erwerben.

Gemeinsame Aktiengesellschaft als Lösung

Die Verhandlungen zwischen dem Kanton Obwalden und ewl über einen vorzeitigen Rückkauf und den Weiterbetrieb der beiden Kraftwerke Obermatt und Arni führten zur Gründung der neuen Kraftwerkgesellschaft Obermatt Kraftwerke AG. Die bestehende Konzession wird von der ewl Kraftwerke AG auf die neue Gesellschaft übertragen, welche am 1. Juli 2022 den Betrieb der beiden Kraftwerke übernimmt. Dabei erwirbt der Kanton 60 Prozent der Aktien, ewl hält 40 Prozent. Ab diesem Datum übernimmt das Elektrizitätswerk Obwalden die Geschäfts- und Betriebsführung der Kraftwerke sowie die Vermarktung der Energie. Der Kanton Obwalden und ewl partizipieren während der noch folgenden Konzessionsdauer von 20 Jahren partnerschaftlich an der Stromproduktion und am Gewinn der neuen Gesellschaft.

Verwaltungsräte nehmen Arbeit auf

Der Kanton Obwalden hat – wie in der unterzeichneten Grundsatzvereinbarung beschlossen – im Januar 2022 seine zehnprozentige Aktienbeteiligung an der ewl Kraftwerke AG an ewl verkauft. Im Anschluss an den Rückkauf gründete ewl am 31. Januar 2022 die neue Obermatt Kraftwerke AG und wählte die nachfolgende Vertreterin sowie die nachfolgenden Vertreter des Kantons und von ewl in den Verwaltungsrat:

Cornelia Kaufmann-Hurschler, lic. iur., selbstständige Rechtsanwältin und Notarin, Kantonsrätin CVP Obwalden / Die Mitte, Engelberg (Präsidentin)
→ Als Vertretung des Kantons Obwalden im Verwaltungsrat der OKW AG

Stephan Marty, dipl. Elektroingenieur HTL, Wirtschaftsingenieur STV, bis 2021 CEO von ewl, ab 2021 Verwaltungsrat von ewl, Rothenburg (Vizepräsident)
→ Als Vertretung von ewl im Verwaltungsrat der OKW AG

Jörg Huwyler, dipl. Ing. Elektrotechnik FH und Executive MBA HSG, Leiter Division Hydroenergie und Biomasse und Mitglied der GL der Axpo Power AG, Wilen
→ Als Vertretung des Kantons Obwalden im Verwaltungsrat des OKW AG

Daniel Odermatt, Betriebsökonom HWV, ehemaliger Finanzverwalter Kanton Obwalden, Wilen
→ Als Vertretung des Kantons Obwalden im Verwaltungsrat der OKW AG

Markus Gassmann, dipl. NDS HF Betriebswirtschaft, Leiter Energiewirtschaft ewl, Sursee
→ Als Vertretung von ewl im Verwaltungsrat der OKW AG

Bedeutender Schritt zur Erreichung der kantonalen Klimaziele

Energiedirektor Josef Hess freut sich über die Gründung: „Dieser Schritt stärkt die Position des Kantons Obwalden bei der Versorgung mit erneuerbaren Energien und somit in der Erreichung seiner gesetzten Klimaziele. Ausserdem ergeben sich mit der Übernahme der Betriebsführung durch das EWO wertvolle Synergien“.  Einen positiven Nebeneffekt bringt die Neugründung ebenfalls mit sich: „Die neuen Erträge werden helfen, die finanzielle Lage des Kantons zu verbessern“, ergänzt Josef Hess. Der Regierungsrat geht davon aus, dass die Erträge aus der Kantonsbeteiligung die Investitionen in die neue Obermatt Kraftwerke AG markant übersteigen werden.

Dass noch einiges zu tun ist bis zum Start der Betriebsführung am 1. Juli 2022 bestätigt auch die neue Verwaltungspräsidentin, Cornelia Kaufmann: „Gleich nach der Gründung erfolgte die erste Verwaltungsratssitzung, in der wichtige Entscheide für die anschliessende Betriebsführung durch das EWO gefällt wurden“.