Hochwassersituation in Obwalden bleibt angespannt

Der Niederschlag in der Nacht auf Donnerstag fiel geringer aus als prognostiziert. Trotzdem sind die Pegel der Obwaldner Seen nach wie vor hoch. Der Höchststand wird morgen Freitag erwartet. An den Ufern von Seen und Fliessgewässern besteht grosse Gefahr.

Die Hochwassersituation im Kanton Obwalden ist weiterhin angespannt. Nach den starken Regenfällen anfangs Woche fiel der Niederschlag in der Nacht auf Donnerstag geringer aus als prognostiziert. Trotzdem sind die Pegel der Obwaldner Seen nach wie vor hoch. Die Prognose vom Mittwoch, wonach der Maximalpegel des Sarnersees im Bereich der Hochwasser in den Jahren 2004 sowie 2007 und damit deutlich unterhalb der Marke des extremen Hochwassers 2005 liegen dürfte, ist weiter aktuell. „Wir rechnen damit, dass der Höchststand morgen Freitag erreicht wird“, sagt Ramon Hegglin, Leiter Abteilung Naturgefahren und Wasserbau. Die weitere Entwicklung ist von der Intensität der kommenden Niederschläge abhängig. Hoch ist auch der Wasserstand des Lungerersees. Dessen Rückhaltevolumen wird bis zum Maximum ausgereizt, ist aber begrenzt. Die Situation wird vor Ort laufend geprüft. Der Höchststand des Vierwaldstättersees dürfte am Samstag erreicht werden.

Sämtliche Strassen sind geöffnet
Bei der Kantonspolizei sind einzelne Meldungen zu überfluteten Garagen und Kellern eingegangen. Sämtliche Strassen im Kanton sind geöffnet. Die Zentralbahnstrecke ist zwischen Giswil und Hergiswil sowie zwischen Engelberg und Wolfenschiessen weiter unterbrochen. Es verkehren Ersatzbusse. Der Zivilschutz Obwalden unterstützt die Feuerwehren der Gemeinden mit der Bereitstellung von Sandsäcken und Wasserpumpen. Beim Abfluss der Sarner Aa aus dem Sarnersee wurde eine Schwemmholzsperre errichtet (siehe angefügtes Bild). Sie verhindert, dass Schwemmholz aus dem See in die Sarner Aa gelangt. Grössere Erdrutsche und Murgänge sind bisher ausgeblieben.

Gefahr an den Ufern von Seen und Fliessgewässern
An den Ufern von Seen und Fliessgewässern besteht Gefahr durch Flutwellen oder einstürzende Ufer. Überflutete Flächen bergen Gefahren, weil der Untergrund oft nicht sichtbar ist. Die Kantonspolizei bittet die Bevölkerung, die betroffenen Stellen zu meiden und die Sperrungen von Uferwegen und weitere Absperrungen zu beachten. Weil Böden und Hänge durch die starken Niederschläge viel Wasser aufgenommen haben, kann es jederzeit zu Spontanrutschungen und Murgängen kommen. Diese Gefahr wird auch nach Niederschlagsende über einige Tage bestehen bleiben. Auf Wanderungen im steilen Gelände sollte auch am Wochenende verzichtet werden.

Die Bevölkerung kann sich bei Problemen direkt bei der örtlichen Feuerwehr oder bei der Kantonspolizei Obwalden melden. Sandsäcke können bei der örtlichen Feuerwehr bezogen werden.