Kanton Nidwalden: Kriminalstatistik 2020

Von den in der Schweiz im 2020 verübten 421’678 StGB-Straftaten wurden 1’151 im Kanton Nidwalden begangen (0,27 %). Pro tausend Einwohner sind im Kanton Nidwalden 26,7 Delikte im StGB-Bereich zu verzeichnen. Dieser Wert liegt deutlich unter dem Schweizerischen Durchschnitt, welcher im Jahr 2020 bei 49,0 Straftatbeständen pro tausend Einwohner lag. Die Sicherheitslage im Kanton Nidwalden kann somit als gut bis sehr gut bezeichnet werden.

Im Kanton Nidwalden wurden im Jahr 2020 total 1’422 Straftaten – die in der Kriminalstatistik erfasst werden – angezeigt. Davon betreffen 1’151 das Strafgesetzbuch (StGB), 90 das Betäubungsmittelgesetz, 46 das Ausländergesetz und 135 die übrigen Bundesnebengesetze. Im Jahr 2020 sind die Fallzahlen im StGB-Bereich leicht um 1,9 % auf 1’151 Straftaten (2019: 1’130) gestiegen. Die Aufklärungsquote von 43,1 % (2019: 36,5 %) liegt über dem Schweizerischen Durchschnitt (41,8 %). Erfreulicherweise sanken die Vermögenstraftaten insgesamt um 3 % und die Einbruchdiebstähle im Speziellen sogar um 15 %. Leider stiegen die Delikte im Bereich der sexuellen Integrität und der Häuslichen Gewalt.

Delikte gegen Leib und Leben
Die Körperverletzungsdelikte stiegen gegenüber dem Vorjahr um 7 auf neu 22 Straftaten. Dabei handelte es sich um 2 schwere und 20 leichte Körperverletzungen. Erfreulicherweise kam es im Jahr 2020 – wie bereits im 2019 – zu keinem Tötungsdelikt.

Vermögensdelikte
Im 2020 wurden insgesamt 628 Straftaten gegen das Vermögen verübt, was einer Abnahme um 3 % entspricht. Von diesen Vermögensstraftaten entfallen 213 Straftaten auf Diebstähle (ohne Fahrzeugdiebstähle) und 177 auf Sachbeschädigungen. Erfreulicherweise gingen die Einbruchdiebstähle um 15 % von 71 auf neu 60 Delikte zurück. Weiter konnte sowohl bei den Raubdelikten (2020: 4, 2019: 8) als auch bei den Erpressungen (2020: 4, 2019: 14) ein Rückgang verzeichnet werden.

Delikte gegen die Freiheit
Im Bereich der Delikte gegen die Freiheit blieb die Anzahl der Straftaten von 162 (2019: 163) praktisch gleich. Die Straftaten wegen Drohungen erhöhten sich um 4 Fälle auf neu 39, demgegenüber stagnierten die angezeigten Nötigungen bei 8. Leicht zugenommen haben die Hausfriedensbrüche mit 26 Anzeigen (2019: 24).

Delikte gegen die sexuelle Integrität
Die Delikte gegen die sexuelle Integrität erhöhten sich von 24 im 2019 auf 36 markant, was einer Zunahme von 50 % entspricht. Indessen sind entsprechende Schwankungen in den letzten Jahren immer wieder zu verzeichnen:

Im 2020 mussten 5 Fälle von sexuellen Handlungen mit Kindern bearbeitet werden (2019: 0). Die Anzeigen wegen sexueller Belästigung nahmen von 7 auf 11 Delikte zu. Weiter wurden je eine sexuelle Nötigung und eine Vergewaltigung sowie 2 Schändungen angezeigt. Auch die Fälle mit illegaler Pornografie im Internet hat sich wiederum – wenn auch leicht – von 15 auf 16 erhöht. In diesem Zusammenhang wird auf die Broschüre der Schweizerischen Kriminalprävention „Pornografie: Alles was Recht ist“ hingewiesen (www.skppsc.ch).

Delikte gegen die öffentliche Gewalt
Eine Zunahme von 12 auf 16 Straftaten ist bei den strafbaren Handlungen festzustellen, welche die öffentliche Gewalt betreffen. Davon waren 6 Anzeigen wegen Gewalt und Drohung gegen Beamte (2019: 0).

IT-Delikte / Cyberkriminalität
Bei den IT-spezifischen Delikten (Straftaten, die unter Ausnutzung der Informations- und Kommunikationstechnik erfolgen oder gegen diese begangen werden – neu Cyberkriminalität oder digitale Kriminalität genannt) stieg die Anzahl der Delikte gegenüber dem Vorjahr leicht auf 112 Straftaten an (2019: 108, 2018: 96, 2017:83, 2016: 18). Die Präventionsarbeit in diesem Bereich wird auch im Jahr 2021 weitergeführt.

Häusliche Gewalt
Bei der Häuslichen Gewalt stiegen die Straftaten von 47 auf 80, was einer Zunahme von 70 % entspricht. Diesbezüglich ist darauf hinzuweisen, dass in diesem Bereich in den letzten Jahren grosse Schwankungen zu verzeichnen waren:

Vorwiegend wurden im 2020 die Tatbestände der schweren und einfachen Körperverletzung (2020: 8, 2019: 2), Tätlichkeit (2020: 25, 2019: 13), Drohung (2020: 15, 2019: 4), Beschimpfung (2020: 17, 2019: 17) und Nötigung (2020: 3, 2019: 4) angezeigt. In diesem Zusammenhang wird auf die Broschüre der Schweizerischen Kriminalprävention „Zuhause im Unglück“ verwiesen. Zudem ist beabsichtigt, die Zusammenarbeit mit externen Stellen wie etwa dem Sozialamt sowie der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde oder dem Frauenhaus, weiter zu intensivieren.

Beschuldigte Personen nach StGB
Von den 312 beschuldigten Personen haben 182 die Schweizer Staatsangehörigkeit (2020: 58 %, 2019: 56 %). Bei den anderen 130 Personen handelt es sich um solche mit einem Aufenthaltsstatus, um Touristen (legal Anwesende) oder um solche, die sich illegal in der Schweiz aufhielten. Von allen Beschuldigten waren 65 Frauen (2019: 45) und 45 Personen waren minderjährig (männlich: 2020: 40, 2019: 36 und weiblich: 2020: 5, 2019: 4).

Betäubungsmitteldelikte
Im 2020 wurden 90 Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz erfasst (2019: 128). Primär handelte es sich um Straftaten bezüglich Besitz und Konsum von Hanfprodukten. Wie bereits im letzten Jahr verstarb auch im 2020 keine Person infolge Drogenkonsums.

Suizide und Suizidversuche
Im 2020 wurden 6 Suizidversuche (2019: 7) und 10 Suizide (2019: 5) verzeichnet, wovon 6 (2019: 3) durch Sterbehilfeorganisationen begleitet waren.

Der detaillierte Jahresbericht 2020 (PKS) kann unter www.nw.ch heruntergeladen werden.