Kanton und Gemeinden spannen beim Stromsparen zusammen

Der Kanton Nidwalden und die elf Gemeinden haben gemeinsam Massnahmen getroffen, um in Gebäuden der öffentlichen Verwaltung und der Schulen Energie zu sparen. Damit wollen sie ein Zeichen setzen und ihren Beitrag leisten, die Gefahr einer Strommangellage im kommenden Winter einzudämmen. Klar ist aber auch: Es braucht auf allen Ebenen Anstrengungen, um das Szenario von zyklischen Stromabschaltungen zu vermeiden.

Der Nidwaldner Regierungsrat hat Massnahmen beschlossen, um den Stromverbrauch in Gebäuden der öffentlichen Verwaltung und der kantonalen Schulen zu senken. Dies vor dem Hintergrund einer möglichen Strommangellage im Winter. Die Massnahmen sind mit den Gemeinden abgesprochen, werden von diesen mitgetragen und in deren Bereichen eigenständig umgesetzt. «Die Gemeinden und wir sind uns unserer Vorbildrolle bewusst und wollen unseren täglichen Stromverbrauch senken. Wir ermuntern auch die Bevölkerung und die Wirtschaft, ihren Beitrag zu leisten», betont Justiz- und Sicherheitsdirektorin Karin Kayser-Frutschi.

Nidwalden mit seinen elf Gemeinden schliesst sich damit der Energiesparkampagne des Bundes an. Diese wird auch von lokalen Energieunternehmen oder Verbänden wie dem Elektrizitätswerk Nidwalden (EWN), dem Gemeindewerk Beckenried, dem Hauseigentümerverband (HEV) Nidwalden und dem Mieterinnen- und Mieterverband Nidwalden unterstützt. Gleichzeitig tritt der Kanton Nidwalden der nationalen EnergiesparAlliance bei und bekräftigt dadurch zusätzlich seine Bemühungen, den Stromverbrauch zu reduzieren.

Beim Heizen ist ein merkliches Potenzial vorhanden
Ein Hauptfokus bei den Massnahmen gilt der Raumtemperatur, die generell ein erhebliches Sparpotenzial aufweist. So wird diese bei Normalbetrieb in Büroräumen und Schulzimmern auf 20 Grad und in Turnhallen auf 17 Grad begrenzt. In nur selten genutzten Räumen wird die Temperatur auf 13 Grad gesenkt. Karin Kayser-Frutschi: «Allein mit der Senkung der Innenraumtemperatur können bis zu 10 Prozent des üblichen Energieverbrauchs eingespart werden.»

In diesen Bereichen unternehmen Kanton und Gemeinden weitere Sparanstrengungen:

  • Wasser: Die Warmwasserfunktion der Wasserhähne wird ausser Betrieb genommen. Es wird zudem sensibilisiert, nicht zu lange und nicht zu heiss zu duschen.
  • Lüftung: Der Luftaustausch erfolgt durch Stosslüftung. Kein Dauerlüften und keine gekippten Fenster. Am Wochenende werden Lüftungsanlagen abgeschaltet.
  • Beleuchtung: Nur genutzte Räume werden beleuchtet und Glüh- oder Halogenlampen laufend durch LED-Lampen ersetzt. Die Leuchtmittelleistung wird gesenkt. Die Nachlaufzeit der Bewegungsmelder wird reduziert.
  • Elektronische Geräte: Mobile Heizgeräte sind verboten und individuelle Geräte wie private Kaffeemaschinen bei Nichtgebrauch auszustecken. Computer werden abends heruntergefahren.
  • Personal: Die Mitarbeitenden werden auf die Massnahmen sensibilisiert und dazu angehalten, ihren Beitrag eigenverantwortlich zu leisten. So werden sie zum Beispiel auch ermuntert, statt den Lift vermehrt Treppen zu benutzen.

Die genannten Massnahmen lassen sich ohne einschneidende betriebliche Auswirkungen oder Einschränkungen auf die Dienstleistungen der Verwaltungen umsetzen. Im Weiteren haben der Kanton und die Gemeinden vereinbart, die Aussenbeleuchtung an eigenen Gebäuden auf ein sicherheitsrelevantes Minimum zu beschränken. Weihnachtsbeleuchtung im öffentlichen Raum wird nur reduziert eingesetzt. Zudem wird auf die Beleuchtung von Denkmälern, Informationsstellen, Leuchtreklamen oder Schaufenstern bei kantonalen und kommunalen Gebäuden verzichtet. Auf dem Dorfplatz Stans beispielsweise werden aktuell das Winkelrieddenkmal, die Kirche und das Rathaus nicht mehr beleuchtet.

Zyklische Abschaltungen haben weitreichende Folgen
Der Kanton lädt auch Unternehmen und andere Organisationen ein, Massnahmen zur Reduktion des Stromverbrauchs zu prüfen, sofern dieser Schritt im eigenen Betrieb noch nicht erfolgt ist. Die Massnahmen von Kanton und Gemeinden können als Beispiel dienen. «Es ist uns bewusst, dass die Ausgangslage nicht in allen Branchen gleich ist und etwa Produktionsstätten eine gewichtige Rolle beim Energiebedarf spielen. Wir sind jedoch überzeugt, dass überall ein Sparpotenzial vorhanden ist in täglichen Abläufen oder auch abseits der Arbeitszeiten, wenn genauer hingeschaut wird», so Regierungsrätin Karin Kayser-Frutschi. Sie ist zuversichtlich: «Wenn wir am gleichen Strang ziehen und Sparmassnahmen von allen mitgetragen werden, können wir das Risiko einer Strommangellage mit Versorgungsengpässen, Verbrauchsverboten, zyklischen Abschaltungen und somit weitreichenden Folgen auf die Bevölkerung und Wirtschaft bedeutend mindern.» Dennoch bereitet sich Nidwalden parallel unter dem Lead des Kantonalen Führungsstabs vorsorglich auf das Szenario einer Strommangellage vor, um damit zusammenhängende Auswirkungen besser bewältigen zu können.

Stromspartipps für die Bevölkerung und Unternehmen sowie weiterführende Informationen sind zu finden unter Kanton Nidwalden – Strommangellage (nw.ch).

RÜCKFRAGEN
Karin Kayser-Frutschi, Justiz- und Sicherheitsdirektorin, Telefon +41 41 618 45 83, erreichbar am Donnerstag, 3. November, von 8.30 bis 9.30 Uhr.