Kantone machen bei der Verkehrsentlastung Engelbergertal vorwärts

Erste Massnahmen zur Verkehrsentlastung im Engelbergertal sollen in der zweiten Jahreshälfte 2022 umgesetzt werden. Ein umfassendes Monitoring wird die erzielte Wirkung laufend überprüfen. Darauf haben sich die Baudirektoren von Obwalden und Nidwalden und Delegationen der betroffenen Gemeinden geeinigt. Für die Priorisierung der Massnahmen und die Erarbeitung des konkreten Zeitplans wird eine
Steuerungsgruppe eingesetzt.

In den vergangenen Jahren wurden über zwei Dutzend Massnahmen erarbeitet, um das Engelbergertal vor allem an schönen Ausflugs- und Skiwochenenden von übermässigem Verkehr zu entlasten. Die Massnahmen sind Bestandteil des jeweiligen Gesamtverkehrskonzeptes der beiden Kantone Nidwalden und Obwalden. An einer Besprechung der beiden Baudirektoren Josef Hess (OW) und Josef Niederberger (NW) mit Delegationen der betroffenen Gemeinden Engelberg, Wolfenschiessen, Dallenwil und Oberdorf wurde festgelegt, wie die Massnahmen schrittweise umgesetzt werden sollen. Dafür wurde eine gemeinsame Projektorganisation gebildet, in der sowohl die vier Gemeinden wie auch beide Kantone vertreten sind. Der Lead liegt beim Kanton Obwalden, weil der grössere Teil der wirksamen Massnahmen auf seinem Gebiet
erfolgen wird.

Die Steuerungsgruppe unter der Leitung des Amtes für Raumentwicklung und Verkehr Obwalden wird in diesem Sommer Prioritäten festlegen und den Zeitplan für die Umsetzung konkretisieren. Erste Massnahmen sollen in der zweiten Jahreshälfte ausgeführt werden. Ein Kernteam unter der Leitung der Gemeinde Engelberg ist für die Planung und die Realisierung zuständig.

Ausgebautes Bahnangebot ist von zentraler Bedeutung

Die grösste verkehrsentlastende Wirkung versprechen sich die Beteiligten von mehr Zügen der Zentralbahn nach Engelberg und attraktiven Kombiangeboten  (z.B. Skitageskarte inklusive Anreise per Bahn). Von beiden Kantonen positiv beurteilt werden auch die bessere Anbindung des Bahnhof Engelberg an die Bergbahnen – etwa mit einem ausgebauten Gratisbus-Angebot – und die Realisierung eines Parkleit- und Informationssystems für den Strassenverkehr. Geprüft erden aber auch weitere Massnahmen wie dynamische Preise für Parkplätze und Bergbahntickets in Engelberg, Parkplatzreduktion
oder Dosieranlagen.

Mittels Monitoring werden die Kantone laufend überprüfen, ob die Massnahmen die erhoffte Wirkung zeigen. Im Bedarfsfall werden auch bisher kontrovers diskutierte Massnahmen verstärkt in die gemeinsame Lösungsfindung miteinbezogen. Mit diesem ausgewogenen und partnerschaftlichen Vorgehen bekräftigen die Kantone Obwalden und Nidwalden, dass sie die Situation für die vom Verkehr betroffenen Ortschaften rasch und spürbar verbessern wollen. Dafür wollen sie den Fokus auf Massnahmen legen, die in beiden Kantonen auf hohe Akzeptanz stossen.