Öffentliche Mitwirkung zum Gesamtverkehrskonzept ist angelaufen

Der politische Auftrag, für den Kanton Nidwalden ein Gesamtverkehrskonzept zu erstellen, ist erfolgt. Verschiedene Exponenten der Kantons- und Gemeindebehörden und Transportunternehmen sowie unabhängige Experten haben mitgewirkt. Nun kann die breite Öffentlichkeit zum Konzept und den darin enthaltenen Massnahmenvorschlägen Stellung nehmen. Die Arbeiten am Gesamtverkehrskonzept sollen im 1. Quartal 2022 abgeschlossen sein.

Der motorisierte Verkehr hat in der jüngeren Vergangenheit laufend zugenommen. Gleichzeitig hat sich auch die Nutzung der einzelnen Verkehrsmittel verändert. Doch auch wenn Velo, Bahn und Bus heute mehr gefragt sind als noch früher, stockt auf diversen Strassen im Kanton Nidwalden immer wieder der Verkehr. Mit dem Gesamtverkehrskonzept Nidwalden – kurz GVK genannt – möchte der Kanton die Eckpfeiler für eine nachhaltige Weiterentwicklung des Verkehrs und erhöhte Sicherheit auf den Strassen setzen – dies alles unter einer Langfristperspektive bis 2040 und Berücksichtigung sämtlicher Verkehrsarten und des prognostizierten Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstums. Ziel ist es, die Verkehrsflüsse effizienter zu gestalten, besser aufeinander abzustimmen und das Optimum für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt herauszuholen.

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde in den vergangenen Monaten unter dem Lead der politischen Steuerungsgruppe, die aus zwei Regierungsräten und vier Gemeindepräsidenten besteht, in verschiedenen Gremien intensiv gearbeitet. Die Gremien setzten sich aus Vertreterinnen und Vertretern aller Gemeinden und Transportunternehmen sowie externen Fachkräften zusammen. Sie entwickelten das Konzept unter dem Titel «4V». Dieser steht für «Verkehr vermeiden», «Verkehr verlagern», «Verkehr verträglich gestalten» und «Verkehr vernetzen». So sollen kombinierte Angebote zum Beispiel zwischen Velo und Bahn an den Verkehrsdrehscheiben gestärkt und dadurch eine Verlagerung des Verkehrs weg von überlasteten Strassen angestrebt werden. Infrastrukturen für den Verkehr sollen so errichtet oder umgestaltet werden, dass negative Auswirkungen auf Anwohnende möglichst gering ausfallen. Ein Beispiel dafür ist der geplante Zentralbahn-Tunnel in Hergiswil, der den Schienenlärm wesentlich reduziert und gleichzeitig ein besseres Angebot ermöglicht. Im Rahmen der übergeordneten «4V»-Strategie werden alle Massnahmen, die in naher und ferner Zukunft realisiert werden sollen, im Bericht kritisch hinterfragt. Aktuell sind im Gesamtverkehrskonzept 82 Massnahmen aufgeführt, darunter der Ausbau der Kreuzstrasse, flankierende Massnahmen zur Umfahrungsstrasse Stans West, der Verzicht auf die Tieferlegung der Zentralbahn in Stans und eine bessere Anbindung der Seegemeinden, allenfalls mit einer neuen Bahnlinie nach Altdorf.

Am Montagabend, 23. August 2021, ist im Rahmen einer Veranstaltung mit geladenen Gästen der Startschuss zur öffentlichen Mitwirkung zum vorliegenden Gesamtverkehrskonzept gefallen. Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, Verbänden, Transportunternehmen und des Landrates, weitere Politiker sowie Gäste aus Nachbarkantonen und des Bundes nahmen am mit rund 70 Personen sehr gut besuchten Anlass teil. Sie liessen sich aus erster Hand über die ausgearbeitete Strategie und die sich daraus ergebenden Massnahmen informieren und führten dazu erste angeregte Diskussionen. Baudirektor Josef Niederberger zeigt sich erfreut über die grosse Resonanz. «Nun sind wir gespannt auf die Rückmeldungen.»

Das Gesamtverkehrskonzept ist für die weitere Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur im Kanton von zentraler Bedeutung. Die Nidwaldner Bevölkerung ist nun eingeladen, dazu Stellung zu nehmen. Die öffentliche Mitwirkung läuft bis zum 27. Oktober 2021. Weitere Informationen sind auf der Webseite www.nw.ch/gvk erhältlich, zu finden ist dort ebenfalls ein Erklärvideo. Im Weiteren ist ein ChatFrage-Abend am 14. September 2021 geplant. Dabei können sich Interessierte direkt mit Verantwortlichen des Kantons auf niederschwellige Art austauschen. Details hierzu werden noch bekannt gegeben. Ebenfalls vorgesehen ist ein OnlineForum, in welchem von der Bevölkerung Fragen gestellt werden können. Zudem können die Unterlagen während des Mitwirkungsprozesses in der kantonalen Baudirektion in Stans konsultiert werden, dies auf Voranmeldung während den offiziellen Öffnungszeiten.

Nach der öffentlichen Mitwirkung wird das Gesamtverkehrskonzept bereinigt und von der politischen Steuergruppe zuhanden des Regierungsrats verabschiedet. Die Arbeiten am Konzept sollen im 1. Quartal 2022 abgeschlossen sein. Danach hat die Politik zu entscheiden, welche Massnahmen weiterverfolgt und konkretisiert werden sollen und wie viel Geld dafür zur Verfügung gestellt wird.