Regierungsrat fordert erneut einen Doppelspurtunnel in Hergiswil

Der Regierungsrat nimmt Stellung zum Stand der Ausbauprogramme des Bundes für die Bahninfrastruktur in der Schweiz. Erneut macht er auf die Dringlichkeit des Doppelspurtunnels in Hergiswil aufmerksam. Dieser ist für weitere Angebotsverbesserungen auf dem Zentralbahn-Netz zwingend.

Um das Angebot des Zugverkehrs in der Schweiz auszubauen, wird laufend in die Bahninfrastruktur investiert. Der Ausbau wird mittels verschiedener Programme auf nationaler Ebene koordiniert und mitfinanziert. Der Bund hat kürzlich über den gegenwärtigen Stand der Arbeiten informiert. Aufgrund von Bauarbeiten im dicht befahrenen Netz verzögert sich der aktuell laufende Ausbauschritt 2035 schweizweit um drei bis fünf Jahre. «Von der Verzögerung nicht betroffen ist der Doppelspurausbau Staldifeld in Oberdorf», erklärt Baudirektorin Therese Rotzer. Die Doppelspur wird für den Halbstundentakt zwischen Luzern und Engelberg benötigt.

Entgegen bisherigen Ankündigungen sieht der Bund zudem vor, das Angebotskonzept 2035 zu aktualisieren. Zurzeit wird ein stabiler Fahrplan aufgrund zu kurzer Zeitreserven verunmöglicht. Daneben soll im nächsten Ausbauschritt die Umsetzung erster Etappen von Grossprojekten wie etwa dem Durchgangsbahnhof Luzern geprüft werden. Die Botschaft an das eidgenössische Parlament folgt voraussichtlich 2026.

«Perspektive Bahn 2050» will Angebot in Agglomerationen stärken
Weiter informierte der Bundesrat über die «Perspektive Bahn 2050». Diese dient als Grundlage für künftige Ausbauschritte. So soll das Bahnangebot längerfristig primär auf kurzen und mittleren Distanzen verbessert werden, etwa mit zusätzlichen S-Bahn-Angeboten in Agglomerationen. Der Nidwaldner Regierungsrat stimmt dieser Stossrichtung grundsätzlich zu, wie er in seiner Stellungnahme zur laufenden Vernehmlassung des Bundesrates festhält. «Trotzdem sollen auch ländliche Regionen wie Nidwalden von einem Angebots- und Bahninfrastrukturausbau profitieren können», betont Therese Rotzer. Bahnanschlüsse sind in der Regel attraktiver als Buserschliessungen. Konkret fordert der Regierungsrat zum wiederholten Mal, den Doppelspurausbau zwischen Hergiswil Matt und Bahnhof Dorf – der sogenannte «Tunnel kurz» – im nächsten Ausbauschritt aufzunehmen oder mindestens zu vermerken. Der Tunnel in Hergiswil ist für weitere Angebotsverbesserungen auf dem Netz der Zentralbahn zwingend. Daneben erachtet es der Regierungsrat als angezeigt, die Doppelspur Stansstad bis Stans Bitzi in den übernächsten Ausbauschritt der Bahninfrastruktur aufzunehmen. Die Botschaft an das eidgenössische Parlament ist für 2030 geplant.

RÜCKFRAGEN
Therese Rotzer-Mathyer, Baudirektorin, Telefon +41 41 618 72 00, erreichbar am Montag, 3. Oktober, von 13.30 bis 14.30 Uhr.