Regierungsrat von Wirkung der Entlastungsstrasse nicht überzeugt

Der alleinige Nutzen einer Entlastungsstrasse Stans West wird vom Regierungsrat als zu tief eingestuft. Die Kosten und der Landverbrauch sind hoch, die Entlastungswirkung dagegen klein. Er beantragt dem Landrat deshalb, das Vorhaben zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiterzuverfolgen.

Heute dient die Verbindung zwischen der Rotzloch- und Ennetmooserstrasse als Zubringer für Mitarbeitende und Lieferanten der Unternehmen im Müller-MartiniGebiet. Der ordentliche Verkehr fliesst aussen herum über den Kreisel beim Karliplatz. Dies soll sich mit dem Ausbau des Zubringers zur sogenannten Entlastungsstrasse Stans West ändern. Die Idee dazu geht auf einen landrätlichen Vorstoss im Jahr 2015 zurück. Die Initianten gehen davon aus, dass das Vorhaben eine wesentliche Entlastung für den Verkehr bringen wird, allen voran in Richtung Stanser Zentrum. Gestützt auf den Vorstoss hat die Baudirektion ein generelles Projekt erarbeitet.

Vertiefte Analysen zur Entlastungswirkung und eine Gesamtabwägung der Vor- und Nachteile der neuen Verbindung führen dazu, dass der Regierungsrat das Vorhaben nicht unterstützt. Deshalb beantragt er dem Landrat, das generelle Projekt abzulehnen und zum jetzigen Zeitpunkt von einer Realisierung der Strasse abzusehen. «Die im Verkehrsmodell berechnete Entlastung rechtfertigt im Endeffekt den grossen Landverbrauch und die voraussichtlichen Gesamtkosten von total 14.7 Millionen Franken nicht», sagt Baudirektor Josef Niederberger. Gemäss Verkehrsmodell würde die Entlastungswirkung auf der Ennetmooser- und Stansstaderstrasse zwischen rund 10 und 25% und im Zentrum von Stans lediglich 5% betragen. Vor dem Hintergrund der hohen Kosten wurde parallel eine Variante ohne Rad- und Gehweg berechnet. Eine solche käme aber nur unwesentlich günstiger und würde gegenüber heute eine Verschlechterung bedeuten. «Auch würde es in der heutigen Zeit nicht verstanden, wenn für eine neue Strasse ausserorts keine Flächen für Velofahrer geschaffen würden», so Josef Niederberger.

Der Regierungsrat plädiert dafür, das Anliegen einer Entlastungsstrasse in diesem Gebiet im Rahmen des anstehenden Gesamtverkehrskonzepts wieder aufzunehmen und im Kontext aller vorgeschlagenen Massnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation in Nidwalden einer erneuten Beurteilung zu unterziehen.

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