Trotz trockenen Abschnitten hält die Hochwassergefahr weiter an

Der Pegel des Vierwaldstättersees hat heute Nachmittag den bisherigen Höchststand erreicht. In Stansstad sind weitere Holzstege errichtet worden. In Buochs und Ennetbürgen ist es vereinzelt zu vorsorglichen Evakuierungen gekommen. Der Bevölkerung wird dringend empfohlen, von Bootsfahrten abzusehen. Es können dadurch weitere Schäden entstehen.

Der kontinuierlich gestiegene Pegel des Vierwaldstättersees hat in ufernahen Bereichen, allen voran in Stansstad, zusätzliche Schutzmassnahmen erforderlich gemacht. Heute Nachmittag ist der Pegel auf den Höchststand von 434.92m geklettert. Dieser wird in den nächsten Stunden trotz vermehrt trockenen Abschnitten voraussichtlich noch weiter steigen. Auch in der Engelbergeraa floss aufgrund der neuerlichen Niederschläge am frühen Freitagmorgen wieder mehr Wasser ab, phasenweise betrug die Abflussmenge 120 Kubikmeter pro Sekunde. Die Überlaufmarke ist nicht erreicht worden, gegenwärtig hat sich die Lage wieder entspannt. Gemäss den Wetterprognosen für das Wochenende ist von einer weiteren Beruhigung bei Fliessgewässern auszugehen, selbst wenn vereinzelt wieder Regenschauer auftreten können. Aufgrund der mit Wasser vollgesogenen Böden ist jederzeit mit Erdrutschen und Murgängen zu rechnen. Weitere Gefahr droht von erhöhten Grundwasserspiegeln, dies auch ausserhalb von Seegemeinden. Die Bevölkerung ist nach wie vor aufgefordert, achtsam zu bleiben, sich von Gefahrenzonen fernzuhalten und die Anweisungen der Einsatzkräfte zu befolgen.

Die Situation in den Gemeinden

Die Einsatzkräfte kontrollieren weiterhin Gewässer, sperren Uferbereiche und verstärken bei Bedarf die Schutzmassnahmen. In Stansstad haben sich die Wassermassen im und um den Dorfplatz und auch am Seerosenweg weiter ausgebreitet, mehrere Liegenschaften sind betroffen. Die Feuerwehr hat an weiteren Orten im Dorf Fussgängerstege errichtet. In Buochs und Ennetbürgen wurden einzelne Familien in seenahen Einliegerwohnungen vorsorglich evakuiert. Auch in diesen Gemeinden wird an neuralgischen Stellen mit dem Aufbau von Stegen begonnen. Private können bis auf Weiteres bei der Stützpunktfeuerwehr Stans an der Oberen Spichermatt 10 kostenlos Sandsäcke abholen. In Notfällen ist die Polizei (117) oder die Feuerwehr (118) zu verständigen.

In Stansstad sind aktuell mehrere Strassen (teilweise) gesperrt, auf weiteren Abschnitten, so auch auf der Kantonsstrasse, ist die Situation prekär. Die Kantonspolizei bittet, Stansstad möglichst via Autobahn zu umfahren. Auch in anderen Seegemeinden sind temporäre Strassensperrungen absehbar oder in Umsetzung. Ebenso ist der Strassenabschnitt beim Dürrensee in Emmetten weiterhin gesperrt, der Verkehr wird umgeleitet. Auf der Kantonsstrasse zwischen Stans und Engelberg sind seit späterem Donnerstagnachmittag durchgängig wieder beide Spuren offen. Einschränkungen gelten nach wie vor auf dem Streckennetz der Zentralbahn. Nach den Unwetterschäden vom Wochenende und einer intensiven Instandstellungsphase wird der Bahnverkehr zwischen Dallenwil und Engelberg voraussichtlich ab morgen wieder aufgenommen. Bis dahin fahren Ersatzbusse, ebenso wie in den Nächten vom 19./20. bis 23./24. Juli sowie vom 26./27. bis 30./31. Juli jeweils ab 21.30 Uhr zwischen Wolfenschiessen-Engelberg, weil restliche Sanierungsarbeiten anstehen. Reisende werden gebeten, sich direkt bei der Zentralbahn (www.zentralbahn.ch) über die aktuelle Betriebslage zu informieren.

Die Zentralschweizer Polizeikorps haben heute einen dringlichen Aufruf an Bootsbesitzer erlassen, auf Ausfahrten auf den See zu verzichten – auch am Wochenende. Durch Wellen kann das Wasser weitere Uferpartien überschwemmen, was zu Schäden an Liegenschaften, Schutzeinrichtungen und Bootsstegen führen kann.

Verhaltensempfehlungen für die Bevölkerung 

  • Bringen Sie Wertgegenstände in höher liegende Gebäudeteile.
  • Bringen Sie bei gefährdeten Gebäuden Hochwasserschutzvorrichtungen an und halten Sie Pumpen griffbereit.
  • Vermeiden Sie den Aufenthalt an Gewässern, die Hochwasser führen. Flutwellen könnten Sie überraschen und Ufer, die unterspült werden, einstürzen.
  • Gehen Sie bei Überschwemmungsgefahr nicht in Keller oder Tiefgaragen.
  • Informieren Sie sich online sowie über Radio und Fernsehen und befolgen Sie die Anweisungen der Behörden und Einsatzkräfte.

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