Zweite Corona-Welle hinterlässt bei Nidwaldner Unternehmen Spuren

Die Corona-Krise drückt weiter auf die Stimmung der Nidwaldner Wirtschaft. Dies bestätigen die Ergebnisse der neusten Unternehmerbefragung. Vor allem die Situation in der Tourismusbranche hat sich nochmals deutlich verschlechtert.

Bei der halbjährlich durchgeführten Online-Umfrage der Volkswirtschaftsdirektion Nidwalden haben 38 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Ertragslage als «ungenügend» eingestuft. Der Wert hat sich im Vergleich zur letzten Befragung nochmals deutlich verschlechtert. Damals lag er bei 29 Prozent. «Die sich im Sommer 2020 abzeichnende Erholung der Wirtschaft ist von der zweiten Corona-Welle abrupt gestoppt worden», bedauert Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger.

Besonders dramatisch zeigt sich die Situation in der Tourismusbranche, die stark unter Covid-19 und den geltenden Einschränkungen leidet. Über 80 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihre Ertragslage als nicht ausreichend, vor einem halben Jahr waren es 50 Prozent gewesen. Etwas entspannt zu haben scheint sich die Situation in der Sparte «Handel und Gewerbe», wo 31 Prozent ihre Ertragslage als «gut» bewerten. Im Sommer 2020 waren es lediglich 19 Prozent gewesen. Dagegen ist die Ausgangslage beim «Baugewerbe» sowie in den Bereichen «Dienstleistungen» und «Verarbeitende Produktion» trotz der Pandemie weitgehend stabil.

Insgesamt beurteilen die Hälfte der Unternehmen ihre Aussichten als «befriedigend». 27 Prozent der Unternehmen schätzen ihre Aussichten für die nächsten zwölf Monate als «gut» ein, dagegen geben 22 Prozent eine schlechte Prognose ab. «Dies spiegelt die Situation vieler Geschäfte wider, die im Zug der PandemieBekämpfung behördlich geschlossen oder stark eingeschränkt sind», betont Othmar Filliger. Zum Vergleich: Bei der Befragung vor einem Jahr, also kurz vor Ausbruch der Pandemie, hatten nur gerade 3 Prozent aller teilnehmenden Unternehmen ihre Zukunftsaussichten als «schlecht» bezeichnet. Seit Beginn der Umfrage im Jahr 2006 ist dieser Wert noch nie so hoch gewesen wie es zurzeit der Fall ist.

Die Volkswirtschaftsdirektion führt seit 2006 bei den Nidwaldner Unternehmen halbjährlich eine Umfrage durch. 283 Firmen aus den Branchen «Baugewerbe», «Handel und Gewerbe», «Dienstleistung», «Verarbeitende Produktion» sowie «Tourismus» sind für die Umfrage angeschrieben worden. 208 von ihnen haben teilgenommen, was einer Rücklaufquote von 74 Prozent entspricht. Die Befragung wurde am 17. Dezember 2020 gestartet und dauerte bis am 22. Januar 2021.

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