Keine Survival-Camp-Welle in Nidwalden – doch anderes Problem im Wald nimmt zu

Improvisierte Lager, beschädigte Bäume und illegale Feuerstellen sorgen andernorts für Diskussionen. Der Kanton Nidwalden gibt Entwarnung bei Survival-Camps, meldet aber ein anderes, zunehmendes Ärgernis im Wald.
Survival-Camps sind kein wachsendes Problem
Die kantonalen Forstdienste haben in den vergangenen Jahren keine Zunahme von sogenannten Survival-Camps oder improvisierten Lagern festgestellt. Das erklärt Oliver Mattmann, Kommunikations- und Informationsbeauftragter des Kantons Nidwalden, auf Anfrage von Unterwalden24.
Ganz unbekannt ist das Phänomen allerdings nicht. Aus der Corona-Zeit ist den Forstdiensten ein Fall bekannt, bei dem im Zusammenhang mit einem solchen Lager Äste oder Bäume beschädigt wurden. Vergleichbare Vorfälle seien seither jedoch nicht mehr festgestellt worden.
Von einer Survival-Camp-Welle in den Nidwaldner Wäldern kann somit keine Rede sein.
Mehr Abfall im Wald
Ein anderes Problem fällt den Forstdiensten dagegen vermehrt auf: Abfälle sowie unsachgemäss entsorgtes Grüngut werden häufiger im Wald angetroffen.
Eine Zunahme illegaler Feuerstellen stellt der Kanton hingegen nicht fest.
Besonders betroffen sind Orte, an denen viele Menschen unterwegs sind. Als Beispiele nennt der Kanton den Bürgenberg und das Gebiet Klewenalp. In solchen stark frequentierten Naherholungs- und Tourismusgebieten werden entsprechende Vorkommnisse häufiger beobachtet.
Mehr Wildcamper oberhalb der Waldgrenze
Insgesamt hat sich die Situation nach Einschätzung der kantonalen Forstdienste in den vergangenen Jahren nicht grundsätzlich verschärft. Die Probleme bewegten sich auf einem vergleichbaren Niveau.
Eine Entwicklung fällt dennoch auf: In Gebieten oberhalb der Waldgrenze werden etwas häufiger Wildcamper beobachtet.
Wer seine Nacht spontan irgendwo in der Natur verbringen möchte, sollte allerdings vorher abklären, ob dies am gewählten Ort überhaupt zulässig ist.
Einfach irgendwo das Zelt aufstellen? So einfach ist es nicht
Nach Angaben des Kantons sind Campieren und Biwakieren im Wald grundsätzlich nicht erlaubt. Je nach Standort können unterschiedliche Bestimmungen gelten. Zu beachten sind insbesondere Schutzvorschriften, lokale Verbote und die Rechte der Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer.
Auch beim Feuermachen gelten klare Regeln. Feuer dürfen nicht beliebig im Wald entfacht werden. Wo offizielle Feuerstellen vorhanden sind, sollen diese benutzt werden. Bei erhöhter Waldbrandgefahr kommen zusätzliche Einschränkungen oder Feuerverbote hinzu.
Wer Bäume beschädigt, riskiert eine Anzeige
Deutlich wird der Kanton bei Verstössen: Wer Bäume beschädigt, unzulässig Feuer entfacht oder andere waldrechtliche Vorschriften verletzt, muss mit einer Anzeige und einer Busse rechnen.
Entsteht dabei ein Schaden, können Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer zusätzlich zivilrechtliche Forderungen geltend machen.
Kein Survival-Problem – aber Rücksicht bleibt gefragt
Die Rückmeldung aus Nidwalden zeichnet damit ein differenziertes Bild. Organisierte Survival-Camps und beschädigte Bäume sind derzeit kein zunehmendes Problem. Auch illegale Feuerstellen nehmen nach Beobachtung der Forstdienste nicht zu.
Was hingegen häufiger im Wald zurückbleibt, sind Abfälle und unsachgemäss entsorgtes Grüngut. Und oberhalb der Waldgrenze werden mehr Wildcamper beobachtet.
Die Nidwaldner Wälder werden intensiv als Erholungsraum genutzt. Damit das so bleiben kann, braucht es eigentlich nicht viel: Regeln beachten, Feuer nur dort machen, wo es erlaubt ist – und das, was man in die Natur mitnimmt, auch wieder mit nach Hause nehmen.



