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Carla Zumbühl: Mit «Hiäsigs» bringt sie das Engelbergertal auf den Tisch

Mit Sorgfalt und Herzblut werden aus heimischen Zutaten besondere Köstlichkeiten. KI-generiertes Symbolbild.

In unserer neuen Serie porträtiert Unterwalden24 Menschen, die Obwalden und Nidwalden mit Herzblut, Ideen und persönlichem Einsatz prägen. Bekannte Persönlichkeiten ebenso wie stille Macherinnen und Macher, die Verantwortung übernehmen, Gemeinschaft schaffen und etwas bewegen. Wir erzählen ihre Geschichten, fragen nach ihrem Antrieb und zeigen, was sie mit unserer Region verbindet. Heute über Carla Zumbühl

Urs WederVon Urs Weder · 7. November 2026
Carla Zumbühl hat im Engelbergertal eine neue Heimat und eine Aufgabe gefunden, die Raum für ihre Ideen lässt. Gemeinsam mit ihrer Schwägerin Rita hat die Bäuerin aus Grafenort das Label «Hiäsigs» aufgebaut. Dahinter stehen zwei Familien, viel Handarbeit und der Wunsch, heimischen Erzeugnissen mehr Wertschätzung zu verschaffen.

Über die Liebe zur Landwirtschaft

Dass Carla Zumbühl einmal Bäuerin werden würde, war keineswegs vorgezeichnet. Sie wuchs in Brunnen auf und arbeitete in der Tourismusbranche. Als Ehrendame an einer Viehschau in Engelberg lernte sie ihren späteren Mann Peter kennen.

«Peter hat mir viel besser gefallen als die Kühe», erzählte sie 2024 der BauernZeitung. Der Satz lässt etwas vom Humor erkennen, mit dem sie auf ihren Lebensweg zurückblickt. Mit der Beziehung begann auch das Hineinwachsen in einen neuen Alltag: in die Landwirtschaft, in das Leben am Berg und in eine Arbeit, deren Rhythmus wesentlich vom Wetter bestimmt wird. 

Zwei Schwägerinnen und eine gemeinsame Idee

Die Freude am Selbermachen verband Carla und ihre Schwägerin Rita schon früh. Beide kochten gerne, machten Zutaten ein, trockneten und veredelten sie. Was dabei entstand, verschenkten sie zunächst im persönlichen Umfeld. Daraus wuchs die Idee, ein zusätzliches Standbein für ihre Familien aufzubauen.

Mit «Hiäsigs – vo Bärg und Tal» wagten sie gemeinsam den Schritt in die Direktvermarktung. Jede bringt ihre Fähigkeiten ein. Rita verarbeitet beispielsweise Wildheu und Heublumen zu ihrem «Häiwschnaps». Carla kann neben ihrer Freude am Kochen auch ihre Erfahrung aus dem Tourismusmarketing nutzen.

Hinter den fertigen Produkten steckt dabei viel Arbeit: vom Heuen an steilen Hängen über die Verarbeitung bis zum Verpacken, Bewerben und Ausliefern. 

Ein Familienleben zwischen Berg und Tal

Carla und Peter Zumbühl haben fünf Kinder und bewirtschaften den Bio-Milchwirtschaftsbetrieb Unter Englerz mit der Sömmerungsalp Schwand. Der Wechsel zwischen den Standorten gehört zu ihrem Jahreslauf.

Auch Rita und ihr Mann Klaus, Peters Bruder, bewirtschaften einen Betrieb mit einem Winter- und einem Sommerstandort. Die beiden Familien teilen Aufgaben: Während Carla und Peter hauptsächlich für die Milchkühe zuständig sind, übernehmen Rita und Klaus die Aufzucht des Jungviehs.

So ist «vo Bärg und Tal» eine treffende Beschreibung ihres Lebens und Arbeitens. Das gemeinsame Unternehmen baut auf diesem Miteinander auf.

Aus dem Vorhandenen etwas machen

Das Sortiment ist über die Jahre gewachsen. In einem im Mai 2026 veröffentlichten Interview beschreibt Carla Zumbühl, wie die inzwischen über 70 Produkte entstanden sind: aus dem, was auf dem Betrieb anfällt und sich sinnvoll verarbeiten lässt.

«Wir schauen, dass nichts übrig bleibt», erklärt sie. Haltbare Spezialitäten ermöglichen es, die Erzeugnisse auch über die Erntezeit hinaus anzubieten. Aus dem Verkauf über Hof und lokale Geschäfte ist zudem ein Versand in die ganze Schweiz geworden.

Dazu braucht es neben guten Rezepten auch Organisation: Bestellungen bearbeiten, Waren sorgfältig verpacken und dafür sorgen, dass alles unbeschädigt ankommt. 

Anerkennung für sorgfältige Arbeit

Dass ihre Produkte überzeugen, zeigte sich beim internationalen Wettbewerb für alpine Regionalprodukte ALP’24: Der Lardo von «Hiäsigs», hergestellt aus dem Rückenspeck des Schwarzen Alpenschweins, erhielt eine Goldmedaille.

Die seltene Schweinerasse gehört ebenso zum Betrieb wie das Engagement für biologische Landwirtschaft. Damit verbindet sich die Verarbeitung regionaler Zutaten auch mit dem Erhalt landwirtschaftlicher Vielfalt. 

Die Region gemeinsam weiterbringen

Carlas Einsatz reicht inzwischen über den eigenen Betrieb hinaus. Als Präsidentin von «Natürlich Nidwalden» engagiert sie sich in einem Netzwerk, das regionale Produzentinnen und Produzenten verbindet und ihren Erzeugnissen mehr Sichtbarkeit gibt. 

Darin setzt sich ein Gedanke fort, der auch «Hiäsigs» prägt: gemeinsam etwas aufbauen und zeigen, was in der eigenen Umgebung wächst und entsteht. Carla Zumbühl bringt dafür ihre Erfahrungen, ihre Ideen und ihre Freude am Gestalten ein. Ihr Weg führt von der Tourismusbranche auf den Bergbauernhof – und von dort mit heimischen Spezialitäten weit über das Engelbergertal hinaus.