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Sechs Wochen kein Zug nach Engelberg: Was Einheimische und Feriengäste jetzt wissen müssen

Wer derzeit mit der Bahn von Luzern, Stans oder Stansstad Richtung Engelberg reisen will, muss umsteigen: Seit dem 7. September ist die Bahnstrecke durchs Engelbergertal auf weiten Teilen gesperrt. Statt Zügen verkehren Ersatzbusse. Hinter der ungewöhnlich langen Sperre steckt jedoch weit mehr als gewöhnlicher Gleisunterhalt.

Urs WederVon Urs Weder · 16. September 2026
Sechs Wochen ohne Zug nach Engelberg: Im Engelbergertal wird so viel gebaut wie selten zuvor

Die Zentralbahn nutzt die Wochen im Herbst für ein umfangreiches Bauprogramm zwischen Stansstad und Engelberg. An mehreren Orten wird gleichzeitig gearbeitet – teilweise bis spät in die Nacht. Das Ziel: Die Strecke soll leistungsfähiger werden und künftig deutlich mehr Zugverbindungen ermöglichen.

Das Herzstück entsteht zwischen Stans und Dallenwil

Besonders wichtig ist die neue Doppelspur Staldifeld in Oberdorf. Auf einem rund 800 Meter langen Abschnitt entstehen zwei Gleise. Damit können sich künftig Züge auf diesem Streckenabschnitt kreuzen.

Das klingt zunächst nach einer vergleichsweise kleinen Veränderung. Für den Fahrplan ist sie jedoch entscheidend: Die Doppelspur schafft eine wichtige Voraussetzung dafür, dass zwischen Luzern und Engelberg künftig ein Halbstundentakt angeboten werden kann. Die Zentralbahn begründet den Ausbau auch mit den seit Jahren steigenden Fahrgastzahlen.

Nicht nur neue Gleise

Während der Sperre wird gleichzeitig an zahlreichen weiteren Stellen gearbeitet. Die Gerbibrücke in Stans wird saniert, im Gebiet Feld in Oberdorf werden Gleis und Trassee erneuert. Zwischen Wolfenschiessen und dem Engelbergtunnel stehen weitere Erneuerungsarbeiten an.

Auch der Engelbergtunnel wird teilsaniert. In der Bodenkurve bei Engelberg werden zudem Stütz- und Schutzbauten instand gesetzt. Einige Streckenabschnitte waren nach den schweren Unwettern von 2005 zunächst nur so weit instand gesetzt worden, dass der Bahnbetrieb möglichst rasch wieder aufgenommen werden konnte. Nun werden Teile davon grundlegend erneuert.

Für Reisende heisst es vorerst: mehr Zeit einplanen

Bis 18. Oktober bleibt die Strecke zwischen Stansstad und Engelberg für den Bahnverkehr gesperrt. Danach fahren die Züge wieder weiter ins Engelbergertal, doch zwischen Dallenwil beziehungsweise auf dem oberen Streckenabschnitt Richtung Engelberg bleibt der Bahnbetrieb noch bis 1. November 2026 eingeschränkt. Ersatzbusse übernehmen die betroffenen Verbindungen. Die Zentralbahn empfiehlt Reisenden, mehr Zeit einzuplanen und die teilweise veränderten Abfahrtszeiten und Haltestellen zu beachten.

Ganz abgeschlossen sind die Arbeiten danach noch nicht. Vom 2. bis 20. November sind weitere Nachtarbeiten vorgesehen, bei denen einzelne späte Verbindungen zwischen Dallenwil beziehungsweise Wolfenschiessen und Engelberg durch Busse ersetzt werden.

Der Aufwand soll sich langfristig auszahlen

Für Pendler, Einheimische und Gäste bedeutet die lange Sperre momentan Umsteigen, längere Reisezeiten und teilweise auch zusätzlichen Verkehr auf den Strassen. Doch hinter den Bauarbeiten steckt eine der grösseren Veränderungen auf der Bahnverbindung durchs Engelbergertal.

Mit der neuen Doppelspur, erneuerten Anlagen und zusätzlichem Rollmaterial bereitet sich die Zentralbahn auf ein dichteres Angebot vor. Ab Dezember 2026 soll zwischen Luzern und Engelberg der Halbstundentakt eingeführt werden.

Damit könnten die Bauwochen dieses Herbstes rückblickend weit mehr sein als nur eine mühsame Streckensperre: Sie markieren einen wichtigen Schritt für die zukünftige Bahnverbindung zwischen Luzern, Nidwalden und Engelberg.