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Wildcampen nimmt in Obwalden zu: Feuerstellen und Abfall an beliebten Plätzen

Survival-Camps, beschädigte Bäume und illegale Feuerstellen sorgen derzeit andernorts für Diskussionen. Doch wie sieht es in Obwalden aus? Unterwalden24 hat beim Amt für Wald und Landschaft nachgefragt. Die gute Nachricht: Grössere organisierte Survival-Camps sind in den Obwaldner Wäldern nicht bekannt. Trotzdem beobachten die Behörden eine andere Entwicklung mit Sorge: Immer mehr Menschen übernachten draussen in der Natur.

Urs WederVon Urs Weder · 23. September 2026

Seit Corona zieht es mehr Menschen nach draussen

Die Zunahme werde insbesondere seit der Corona-Pandemie beobachtet. Auch der trockene und stabile Sommer 2026 dürfte dazu beigetragen haben, dass mehr Menschen eine Nacht unter freiem Himmel oder im Wohnmobil verbringen.

«Campieren und Biwakieren haben allgemein zugenommen», erklärt Priska Müller, Abteilungsleiterin Wald und Natur beim Amt für Wald und Landschaft Obwalden, gegenüber Unterwalden24.

Von einer Zunahme organisierter Survival-Camps könne man hingegen nicht sprechen. Solche grösseren Lager seien dem Amt in den Obwaldner Wäldern nicht bekannt.

Feuerstellen und Abfall bleiben zurück

Ganz ohne Probleme verläuft der Trend allerdings nicht.

An beliebten Plätzen stellen die Forstdienste immer wieder errichtete Feuerstellen oder zurückgelassenen Abfall fest. Nach Einschätzung des Amts handelt es sich dabei überwiegend um Einzelpersonen und nicht um organisierte Gruppen.

Besonders gefragt sind Orte mit schöner Aussicht. Das Amt nennt unter anderem das Mittagsgüpfi im Pilatusgebiet und den Blauen Tosse. Auch Übernachtungen mit Wohnmobilen, beispielsweise im Chränwald, sind ein Thema.

Nicht überall darf übernachtet werden

Wer seinen Schlafplatz mitten in der Natur aufschlägt, darf jedoch nicht davon ausgehen, dass dies überall erlaubt ist.

Neben den allgemeinen gesetzlichen Vorschriften müssen lokale Schutzbestimmungen beachtet werden. In Naturschutzgebieten und in der Moorlandschaft Glaubenberg gelten entsprechende Verbote. Gerade dort ist Campieren beziehungsweise Biwakieren ausdrücklich untersagt.

Beim Feuermachen kommt eine weitere wichtige Regel hinzu: Die aktuelle Waldbrandgefahrenstufe muss beachtet werden. Besteht ein behördliches Feuerverbot, ist dieses zwingend einzuhalten.

Keine beschädigten Bäume durch Survival-Camps bekannt

In einem Punkt kann das Amt Entwarnung geben: Fälle, bei denen im Zusammenhang mit grösseren Survival-Camps Bäume gefällt oder Äste beschädigt wurden, sind in Obwalden nicht bekannt.

Damit unterscheidet sich die Situation zumindest nach heutigem Kenntnisstand von Fällen andernorts, bei denen improvisierte Lager und Eingriffe in den Wald für Ärger sorgen.

Wer Regeln missachtet, riskiert eine Busse

Wildcamping kann trotzdem Konsequenzen haben. Wie streng diese ausfallen, hängt vom konkreten Ort und vom Verstoss ab.

Wer beispielsweise ein behördliches Feuerverbot missachtet oder trotz eines Campierverbots in einem Schutzgebiet übernachtet, muss mit einer Busse rechnen.

Die Entwicklung zeigt damit zwei Seiten: Immer mehr Menschen entdecken die Obwaldner Natur als Ort für kleine Abenteuer und Übernachtungen. Doch je beliebter diese Plätze werden, desto wichtiger wird es, dass Feuerstellen, Abfall und unerlaubtes Campieren nicht auf Kosten von Wald, Landschaft und Schutzgebieten gehen.