Raser, Fahrunfähigkeit und schwere Lastwagen: Was Nidwaldens Polizei bei Kontrollen entdeckt

Zu schnell, nicht mehr fahrfähig oder mit einem überladenen Lastwagen unterwegs: Verkehrskontrollen der Kantonspolizei Nidwalden bringen immer wieder Fälle ans Licht, die gefährlich werden können. Einige Kontrollen der vergangenen Monate zeigen, womit die Polizei auf Nidwaldens Strassen konfrontiert ist.
Mit 158 km/h durch die 80er-Zone
Ein besonders krasser Fall ereignete sich auf der A2 bei Hergiswil.
Kurz vor Mitternacht erfasste eine semistationäre Radaranlage einen Personenwagen mit 158 km/h. Erlaubt waren auf diesem Streckenabschnitt lediglich 80 km/h.
Nach Abzug der vorgeschriebenen Sicherheitsmarge blieb eine Überschreitung von 71 km/h – genug, um den gesetzlichen Tatbestand eines Raserdelikts zu erfüllen.
Die Polizei konnte den 28-jährigen Lenker einige Tage später ermitteln und festnehmen. Sein Führerausweis wurde ihm abgenommen. Neben strafrechtlichen Konsequenzen droht ihm ein längerfristiger Führerausweisentzug.
Fahrunfähiger Lastwagenchauffeur gestoppt
Dass Kontrollen nicht nur Schnellfahrer betreffen, zeigte sich Anfang Juli in Stans.
Während einer fast zehnstündigen Schwerverkehrskontrolle leitete die Kantonspolizei Lastwagen von der A2 zum Polizeigebäude in Stans und überprüfte sie genauer.
Bei einem Chauffeur stellten die Polizisten Anzeichen einer Fahrunfähigkeit fest. Die Konsequenz war unmittelbar: Der Mann durfte nicht weiterfahren und musste seinen Führerausweis vor Ort abgeben. Der Lastwagen musste von der Spedition abgeholt beziehungsweise von einem Ersatzchauffeur übernommen werden.
Bei einem weiteren Lastwagen entsprach das sogenannte Adhäsionsgewicht auf der Antriebsachse nicht den Vorschriften. Auch dieser Fall führte zu einer Anzeige.
Zusätzlich verteilte die Polizei mehrere Ordnungsbussen – unter anderem wegen Überschreitungen des zulässigen Gesamtgewichts und nicht getragener Sicherheitsgurte.
Auch in Emmetten wurde gezielt kontrolliert
Nur einen Tag später führte die Kantonspolizei am 3. Juli in Emmetten eine Schwerpunktkontrolle im Strassenverkehr durch. Die entsprechende Polizeimeldung wurde am 4. Juli veröffentlicht.
Die verschiedenen Aktionen zeigen: Die Polizei setzt nicht nur auf Radaranlagen. Gezielte Kontrollen sollen auch fahrunfähige Lenker, technische Mängel und andere Verstösse erkennen.
Geschwindigkeit bleibt ein besonderes Risiko
Der Raserfall von Hergiswil zeigt, welche Dimension Geschwindigkeitsüberschreitungen erreichen können. 158 statt 80 km/h bedeutet nicht einfach eine gewöhnliche Tempoübertretung, sondern ein Raserdelikt.
Die Kantonspolizei weist darauf hin, dass überhöhte Geschwindigkeit zu den Hauptursachen schwerer Verkehrsunfälle gehört. Auch der Nidwaldner Regierungsrat bezeichnete bereits früher Unfälle mit überhöhtem Tempo oder Alkohol als jene mit besonders schwerwiegenden Folgen.
Kontrollen werden weitergeführt
Die Kantonspolizei macht deutlich, dass insbesondere die gezielten Schwerverkehrskontrollen auch künftig stattfinden werden. Sie sollen verhindern, dass fahrunfähige Lenker, überladene Fahrzeuge oder andere Sicherheitsrisiken unentdeckt auf Nidwaldens Strassen unterwegs sind.
Die jüngsten Fälle zeigen dabei vor allem eines: Manchmal genügt eine einzige Kontrolle, um eine potenziell gefährliche Fahrt zu beenden.



