Mit Herz für Engelbergs ältere Generation: Karin Sonderer-Länzlinger

In dieser Serie porträtiert Unterwalden24 Menschen, die unsere Region mit Herzblut, Ideen und persönlichem Einsatz prägen. Bekannte Persönlichkeiten ebenso wie stille Macherinnen und Macher, die Verantwortung übernehmen und Unterwalden bewegen. Heute: Karin Sonderer-Länzlinger: Seit über 15 Jahren für ältere Menschen da
Ein Geburtstagsbesuch, ein gemeinsames Mittagessen oder ein gemütlicher Jass-Nachmittag: Es sind oft die kleinen Begegnungen, die im Alltag besonders viel bedeuten. Karin Sonderer-Länzlinger aus Engelberg sorgt seit mehr als 15 Jahren dafür, dass solche Begegnungen stattfinden.
Als Ortsvertreterin von Pro Senectute Obwalden setzt sie sich für die älteren Menschen im Klosterdorf ein. Für dieses langjährige Engagement wurde sie 2026 für den erstmals vergebenen «Prix Merci» nominiert.
Mitten im Leben des Dorfes
Seit 2010 ist Karin Sonderer-Länzlinger als Ortsvertreterin in Engelberg tätig. Gemeinsam mit zwei Kolleginnen organisiert sie regelmässig Angebote für Seniorinnen und Senioren.
Dazu gehören Mittagstische, Jass-Nachmittage und gemeinsame Ausflüge. Bis zu 80 älteren Menschen gratuliert das Team jedes Jahr persönlich zum Geburtstag. Hinter diesen Besuchen steckt mehr als eine freundliche Geste: Sie zeigen den Menschen, dass sie gesehen werden und weiterhin ein wichtiger Teil der Dorfgemeinschaft sind.
Gerade in einem Bergdorf wie Engelberg, in dem viele Menschen einander kennen, ist diese persönliche Nähe wertvoll. Sie schafft Vertrauen und hilft dabei, Kontakte auch im höheren Alter aufrechtzuerhalten.
Gastgeberin mit Leib und Seele
Pro Senectute beschreibt Karin Sonderer-Länzlinger als Gastgeberin mit Leib und Seele. Ob im beruflichen Umfeld der Jugendherberge oder beim Mittagstisch mit Seniorinnen und Senioren: Menschen willkommen zu heissen, gehört für sie ganz selbstverständlich dazu.
Dabei braucht es nicht immer einen grossen Anlass. Ein freundliches Gespräch, eine kleine Überraschung oder ein aufmerksamer Geburtstagsbesuch können Freude in den Alltag bringen.
«Es ist wahnsinnig schön zu sehen, wie wir den Menschen mit kleinen Taten eine Freude machen können», sagt sie in ihrem Porträt bei Pro Senectute.
Gemeinsam statt einsam
Freiwilligenarbeit für ältere Menschen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Viele Seniorinnen und Senioren leben selbstständig und möchten möglichst lange aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Gleichzeitig können soziale Kontakte mit zunehmendem Alter weniger werden.
Angebote wie der Engelberger Mittagstisch schaffen deshalb mehr als Unterhaltung. Sie geben dem Monat Struktur, bringen Menschen zusammen und bieten Gelegenheit für Gespräche. Freundschaften können gepflegt und neue Bekanntschaften geschlossen werden.
Auch Ausflüge sind ein wichtiger Teil des Programms. Sie ermöglichen gemeinsame Erlebnisse ausserhalb des gewohnten Alltags und schaffen Erinnerungen, von denen noch lange erzählt wird.
Eine Aufgabe, die nur im Team gelingt
Karin Sonderer-Länzlinger betont, dass hinter den Engelberger Angeboten ein Team steht. Zwei Kolleginnen unterstützen sie bei den Aufgaben der Ortsvertretung. Gemeinsam planen sie die Veranstaltungen, nehmen Anmeldungen entgegen und kümmern sich darum, dass sich die Teilnehmenden wohlfühlen.
Dieses Zusammenspiel ist typisch für freiwilliges Engagement. Nach aussen sichtbar ist vielleicht ein Mittagstisch oder ein Ausflug. Dahinter stehen jedoch viele Stunden Vorbereitung, zahlreiche Telefonate und Menschen, die zuverlässig Verantwortung übernehmen.
Der schönste Lohn dafür ist die Dankbarkeit, die ihnen im Dorf begegnet.
Nominiert für den «Prix Merci»
Mit dem «Prix Merci» würdigt Pro Senectute Schweiz 2026 erstmals Menschen, die sich freiwillig für Seniorinnen und Senioren einsetzen. Karin Sonderer-Länzlinger wurde von Pro Senectute Obwalden für die nationale Auszeichnung nominiert.
Sie gehört damit zu 22 Nominierten aus allen vier Sprachregionen der Schweiz. Der Preis steht stellvertretend für die insgesamt 15'800 Freiwilligen von Pro Senectute.
Die Auszeichnung ist bewusst nicht als klassische Leistungsbewertung gedacht. Sie soll sichtbar machen, wie wichtig freiwilliges Engagement für ältere Menschen und für die Gesellschaft ist. Die Preisverleihung findet am 3. Dezember 2026 in Olten statt.
Kleine Gesten mit grosser Wirkung
Das Engagement von Karin Sonderer-Länzlinger zeigt, dass man eine Region nicht nur mit grossen Projekten bewegen kann. Manchmal beginnt gesellschaftlicher Zusammenhalt mit einem gedeckten Tisch, einer Einladung oder der Frage: «Wie geht es dir?»
Seit mehr als 15 Jahren investiert sie Zeit, Aufmerksamkeit und Energie in die älteren Menschen von Engelberg. Sie schafft Begegnungen und trägt dazu bei, dass Seniorinnen und Senioren am Dorfleben teilhaben können.
Damit ist Karin Sonderer-Länzlinger eine Unterwaldner Macherin im besten Sinn: herzlich, verlässlich und nahe bei den Menschen.
Quellen: Pro Senectute Obwalden, Pro Senectute Schweiz und Prix Merci 2026.



