unterwalden24Inserieren
Start › Kantonale News NW › Kleine Läden, grosse Leidenschaft: Nidwaldens Hoflädeli entdecken

Kleine Läden, grosse Leidenschaft: Nidwaldens Hoflädeli entdecken

KI-generiertes Symbolbild – kein bestimmter Hofladen.

Gemüse vom eigenen Feld, Kräutertee aus Grafenort oder ein Geschenkkörbli aus Ennetmoos: Nidwaldens Hoflädeli zeigen, wie vielfältig die Landwirtschaft vor unserer Haustür ist. Hinter den Produkten stehen Familien, eigene Ideen und viel Arbeit – und manchmal beginnt eine Geschichte mit einem alten Militäranhänger.

Urs WederVon Urs Weder · 19. Oktober 2026

Eine Schachtel Eier, ein Glas Konfitüre, etwas Gemüse fürs Abendessen: Es braucht keinen grossen Einkauf, um ein Stück Nidwalden mit nach Hause zu nehmen. Über den Kanton verteilt bieten Hofläden Lebensmittel direkt ab Betrieb an. Zahlreiche Lädeli funktionieren mit Selbstbedienung. Gemüse, Eier, Sirup und Käse gehören zu den Produkten, die Nidwalden Tourismus auf seiner Hofladenübersicht aufführt. Hofläden in Nidwalden

Was diese kleinen Verkaufsstellen besonders macht, sind ihre Unterschiede. Jeder Betrieb setzt andere Schwerpunkte. Ein Blick auf drei Adressen zeigt, wie viel Persönlichkeit hinter dem Einkauf ab Hof steckt.

Muh & Meh: Eine Idee kommt ins Rollen

Auf dem Hof Krummenacher in Oberdorf bewirtschaften Michi Lussi und Sabina Näpflin den Betrieb mit Unterstützung von Anita und Bruno Lussi. Zum Hof gehört der Selbstbedienungsladen «Muh & Meh».

Wie viel Eigeninitiative hinter dem Angebot steckt, zeigt ein Blick in die Hofgeschichte. Im Mai 2020 verkaufte die Familie ihre ersten Rindfleisch-Mischpäcktli. Auch die Eier fanden Nachfrage. Mit dem wachsenden Hühnerbestand entstand die Idee eines mobilen Hühnerwagens.

Michi und Bruno bauten dafür einen alten Militäranhänger um. Sabina und Anita malten das Logo von Hand auf die Aussenseite. Ein praktisches Projekt, das zugleich viel über den Betrieb erzählt: Hier werden Ideen gemeinsam angepackt. Die Menschen und die Geschichte des Hofs

Heute verkauft «Muh & Meh» neben eigenen Erzeugnissen auch Produkte anderer Nidwaldner Betriebe. Das Sortiment richtet sich nach Saison und Verfügbarkeit. Dazu zählen Gemüse, Früchte, Eier, Fleisch, Milchprodukte und Eingemachtes. Gläser, Flaschen und Eierkartons können im Laden zurückgegeben werden.

Der Standort an der Verbindungsstrasse zwischen Oberdorf und Stans liegt zudem nur wenige Meter vom Wander- und Veloweg entfernt. Damit lässt sich der Einkauf gut mit einer kleinen Runde im Talboden verbinden. Zum Hofladen Muh & Meh

Neufallenbach: Die Vielfalt beginnt im Kräutergarten

In Grafenort führt der Weg zu einem anderen Schwerpunkt: Auf dem Hof Neufallenbach dreht sich vieles um Pflanzen und ihre Verarbeitung.

Beatrice Bissig-Odermatt ist Kräuterbäuerin und Ethnobotanikerin. Ihre Begeisterung begann früh: Bereits als Mädchen ging sie mit ihrem Grossvater auf Wildkräutersuche. Heute wachsen im botanischen Heilpflanzengarten des Hofs über 300 verschiedene Arten. Anbau, Pflege und Verarbeitung verbinden sich hier mit der Weitergabe von Pflanzenwissen. Die Menschen hinter Neufallenbach

Im Gartenkiosk finden sich unter anderem Kräutertees, Sirupe und weitere Hofprodukte. Zum Angebot gehören auch Bio-Rindfleischprodukte. Wer mehr über die Pflanzen erfahren möchte, findet auf der Hofwebsite Informationen zu Kursen und Führungen.

Neufallenbach zeigt, wie eigenständig sich ein landwirtschaftlicher Betrieb entwickeln kann. Aus einer persönlichen Leidenschaft ist ein Angebot entstanden, das den Einkauf mit der Möglichkeit verbindet, genauer hinzuschauen: Was wächst hier eigentlich – und was lässt sich daraus machen? Hof Neufallenbach

Drachenried: Ein Körbli voller Entdeckungen

Auch in Ennetmoos lohnt sich ein Abstecher. Im Drachenried-Lädeli gehören laut Nidwalden Tourismus hausgemachter Sirup, Eierkirsch und Straussenfleisch zum Angebot. Besucherinnen und Besucher können sich zudem ein eigenes Geschenkkörbli oder Geschenkkistli zusammenstellen. Drachenried-Lädeli

Gerade als Mitbringsel bekommen solche Produkte eine zusätzliche Bedeutung. Sie lassen sich mit einem Ort und einem Ausflug verbinden. Aus einem kleinen Einkauf wird eine Aufmerksamkeit, zu der man etwas erzählen kann.

Der Jahreszeit etwas Raum lassen

Bei «Muh & Meh» gehört das wechselnde Angebot ausdrücklich zum Konzept. Für Kundinnen und Kunden heisst das: Der Einkauf darf auch einmal anders ausfallen als geplant. Was verfügbar ist, gibt eine Idee fürs nächste Essen – und macht die Saison im Alltag sichtbar.

Die drei Betriebe zeigen dabei ganz unterschiedliche Seiten von Nidwalden: einen vielseitigen Familienhof im Talboden, einen Kräuterbetrieb im Engelbergertal und ein Spezialitäten-Lädeli im Drachenried. Gemeinsam machen sie neugierig auf das, was in der Nähe entsteht.

Noch bis Ende Oktober: Hoflädeli entdecken und mitmachen

Einen aktuellen Anlass zum Losziehen bietet die «Hoftafälä Jagd» von Nidwalden Tourismus. Gesucht sind kreative Fotos mit den grünen Hoftafeln, die sich beim Spazieren oder Velofahren entdecken lassen. Die Bilder können noch bis Ende Oktober 2026 eingereicht werden. Informationen zum Wettbewerb

Vielleicht beginnt die nächste Entdeckung also mit einem kleinen Umweg. Und endet mit einem gefüllten Einkaufskorb – und einer neuen Lieblingsadresse.

Drei Adressen zum Entdecken

  • Muh & Meh: Krummenacher 1, 6370 Oberdorf – Selbstbedienung gemäss Betriebswebsite täglich von 8 bis 20 Uhr. 

  • Hof Neufallenbach: Neufallenbach 1, 6388 Grafenort – Informationen zu Gartenkiosk, Produkten und Besuchen auf der Website.

  • Drachenried-Lädeli: 6372 Ennetmoos – weitere Angaben bei Nidwalden Tourismus.