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Dominique Gisin: Vom Olympiagold zum freiwilligen Fahrdienst Sie kennt das Rampenlicht

Menschen aus Unterwalden: In unserer neuen Serie porträtiert Unterwalden24 Menschen, die unsere Region mit Herzblut, Ideen und persönlichem Einsatz prägen. Bekannte Persönlichkeiten ebenso wie stille Macherinnen und Macher, die Verantwortung übernehmen und Unterwalden bewegen. Zum Auftakt begegnen wir Dominique Gisin: Olympiasiegerin, Engelbergerin und freiwillige Chauffeuse beim Schweizerischen Roten Kreuz Unterwalden.

Urs WederVon Urs Weder · 15. Oktober 2026
Sie kennt das Rampenlicht. Sie kennt den Druck grosser Entscheidungen. Sie kennt den Moment, in dem eine Hundertstelsekunde ein ganzes Leben verändern kann. Dominique Gisin gewann 2014 in Sotschi Olympiagold in der Abfahrt und schrieb damit Schweizer Sportgeschichte.

Heute steht sie für eine andere Art von Stärke. Leiser, unspektakulärer, aber nicht weniger wertvoll: Gisin engagiert sich als freiwillige Chauffeuse für das Schweizerische Rote Kreuz Unterwalden.

Eine Macherin aus Engelberg

Dominique Gisin gehört zu den bekanntesten Persönlichkeiten aus Unterwalden. Aufgewachsen in Engelberg, geprägt von Schnee, Bergen, Sport und Disziplin, wurde sie als Skirennfahrerin zur nationalen Figur. Ihr Olympiasieg machte sie weit über die Region hinaus bekannt.

Doch gerade deshalb ist ihr Engagement im Alltag bemerkenswert. Denn hier geht es nicht um Medaillen, Kameras oder Jubel. Es geht um Menschen, die Unterstützung brauchen. Um Fahrten zum Arzt, zur Therapie oder zu wichtigen Terminen. Um Begleitung, Verlässlichkeit und Zeit.

Wenn Mobilität mehr bedeutet als Fahren

Der Rotkreuz-Fahrdienst ist für viele Menschen in Obwalden und Nidwalden mehr als ein Transportangebot. Wer nicht mehr selbst fahren kann oder auf Unterstützung angewiesen ist, gewinnt dadurch ein Stück Selbstständigkeit zurück.

Für ältere Menschen, kranke Personen oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität kann eine Fahrt viel bedeuten. Sie ermöglicht einen Termin, einen Kontakt, manchmal auch einfach ein Stück Normalität. Genau hier setzen freiwillige Fahrerinnen und Fahrer an.

Sie holen Menschen ab, bringen sie sicher ans Ziel und wieder nach Hause. Oft entsteht dabei mehr als eine Dienstleistung. Es entsteht Vertrauen.

Engagement ohne grosse Worte

Dass sich eine Olympiasiegerin für solche Einsätze Zeit nimmt, passt gut zur Idee der neuen Unterwalden24-Serie «Die Unterwaldner Macherinnen und Macher». Denn diese Serie handelt nicht nur von bekannten Namen. Sie handelt von Menschen, die etwas beitragen.

Dominique Gisin zeigt, dass Engagement viele Formen haben kann. Man muss keinen Verein präsidieren, kein Fest organisieren und keine Bühne betreten, um etwas zu bewegen. Manchmal reicht es, sich ans Steuer zu setzen und jemandem den Weg zu erleichtern.

Gerade diese Einfachheit macht die Geschichte stark.

Von der Rennstrecke auf die Strasse des Alltags

Im Skisport ging es für Dominique Gisin um Tempo, Mut und Präzision. Als freiwillige Chauffeuse zählt etwas anderes: Geduld, Aufmerksamkeit und Verlässlichkeit.

Der Wechsel könnte grösser kaum wirken. Und doch gibt es eine Verbindung. Wer Spitzensport kennt, weiss, dass Erfolg nie allein entsteht. Hinter jedem Sieg stehen Trainer, Familie, Helfer, Ärzte, Techniker und Menschen, die im richtigen Moment da sind. Vielleicht ist gerade dieses Wissen ein Grund, weshalb Gisin heute selbst dort mithilft, wo Unterstützung gebraucht wird.

Unterwalden lebt von solchen Menschen

Ob in Engelberg, Stans, Sarnen, Buochs, Kerns oder Alpnach: Das Leben in der Region funktioniert nicht nur dank Institutionen. Es funktioniert dank Menschen, die Verantwortung übernehmen. Viele tun das im Hintergrund. Sie fahren, begleiten, kochen, organisieren, reparieren, betreuen, trainieren oder hören einfach zu.

Dominique Gisin steht in diesem ersten Porträt stellvertretend für viele. Für bekannte und unbekannte Unterwaldnerinnen und Unterwaldner, die nicht warten, bis andere etwas tun.

Ein starkes Signal

Ihr Engagement beim SRK Unterwalden sendet ein klares Signal: Freiwilligenarbeit ist nicht altmodisch. Sie ist menschlich, konkret und notwendig. Sie verbindet Generationen und stärkt den Zusammenhalt dort, wo er im Alltag spürbar wird.

Nicht jeder Einsatz macht Schlagzeilen. Aber jeder Einsatz kann für eine einzelne Person entscheidend sein.

Und vielleicht liegt genau darin die schönste Botschaft dieser Geschichte: Eine Region wird nicht nur durch grosse Erfolge geprägt. Sie wird durch Menschen bewegt, die auch nach dem Applaus noch da sind.