Marcel Müller: Mit dem Akkordeon mitten unter den Menschen

In unserer neuen Serie porträtiert Unterwalden24 Menschen, die Obwalden und Nidwalden mit Herzblut, Ideen und persönlichem Einsatz prägen. Bekannte Persönlichkeiten ebenso wie stille Macherinnen und Macher, die Verantwortung übernehmen, Gemeinschaft schaffen und etwas bewegen. Wir erzählen ihre Geschichten, fragen nach ihrem Antrieb und zeigen, was sie mit unserer Region verbindet. Heute über Marcel Müller.
«Anderen eine Freude zu machen, erfüllt mich», erzählt er im Interview mit Pro Senectute Nidwalden. Es ist ein einfacher Satz, der viel über sein Engagement aussagt.
Ein Leben zwischen Technik und Musik
Die Musik begleitet Müller schon lange. Mehr als 30 Jahre spielte er in den Handorgelduos Müller-Achermann und Müller-Schärli. Sein Akkordeon brachte ihn sogar bis nach Bangkok und Peking.
Beruflich war er in einer ganz anderen Welt zu Hause: als Supervisor im Triebwerkunterhalt von Tiger-F5-Kampfflugzeugen. Präzise Technik im Berufsleben, musikalische Leidenschaft in der Freizeit – beides gehört zu seinem Lebensweg.
Schon vor seiner Pensionierung wurde er gefragt, ob er die Organisation von Stubeten und Tanznachmittagen übernehmen möchte. Müller stellte ein späteres Gespräch in Aussicht. 2012 sagte er zu. Mit dem Schützenhaus Herdern in Ennetbürgen fand sich ein geeigneter Veranstaltungsort. An den Tanznachmittagen nehmen inzwischen bis zu 90 Personen teil; zu den Stubeten kommen Musikantinnen, Musikanten und Publikum aus mehreren Zentralschweizer Kantonen.
Gemeinsam spielen und dazugehören
Besonders am Herzen liegen ihm Menschen, die früher in einer Formation gespielt haben und heute keine feste musikalische Heimat mehr haben. Die Stubeten geben ihnen Gelegenheit, weiterhin gemeinsam aufzutreten.
Auch Müller greift dabei selbst zum Instrument. Das Akkordeonspielen hat er sich eigenständig beigebracht; seine Stücke spielt er auswendig. Für ihn gehören Musizieren, Zuhören und der Austausch mit anderen zusammen.
Sein Einsatz gibt ihm auch persönlich viel zurück. Im Interview berichtet er von Freundschaften und wertvollen Kontakten, die durch die Freiwilligenarbeit entstehen. Die Pensionierung hat ihm Raum gegeben, seine Leidenschaft mit einer Aufgabe für andere zu verbinden.
Anerkennung für langjähriges Engagement
2026 wurde Müller für den erstmals verliehenen Prix Merci nominiert. Mit der Auszeichnung würdigt Pro Senectute das Engagement ihrer Freiwilligen für ältere Menschen. Seine Nomination macht eine Arbeit sichtbar, die über Jahre hinweg gewachsen ist.
Marcel Müllers Geschichte zeigt, wie viel aus einer persönlichen Leidenschaft entstehen kann. Er bringt sein musikalisches Können, seine Kontakte und seine Zeit ein. Daraus werden Nachmittage, auf die sich andere freuen können – und Begegnungen, die das Leben in Nidwalden bereichern.



