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Odermatt, Gisin & Co.: So kämpfen sich Unterwaldens Ski-Asse in den Winter

Während im Tal noch kaum jemand an Skirennen denkt, läuft für Unterwaldens Ski-Asse die entscheidende Phase der Vorbereitung. Doch die Ausgangslagen könnten unterschiedlicher kaum sein: Marco Odermatt muss nach einer Verletzung verlorene Trainingstage aufholen, Michelle Gisin kämpft nach ihrem schweren Sturz um die Rückkehr auf die Ski, eine junge Alpnacherin schafft den Sprung ins Swiss-Ski-B-Kader – und Priska Ming-Nufer will sich nach dem Kader-Aus noch lange nicht geschlagen geben.

Urs WederVon Urs Weder · 30. September 2026

Marco Odermatt: Wieder fit – aber Trainingstage fehlen

Bei Marco Odermatt  beginnt der neue Winter mit einem ungewohnten Handicap. Der Nidwaldner musste seine Vorbereitung wegen einer Muskelverletzung unterbrechen und konnte deshalb nicht wie geplant ins Trainingslager nach Chile reisen. Erst verspätet stiess er zum Team. Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)

Inzwischen ist der 28-Jährige wieder fit. Das verkürzte Training in Chile sei gut verlaufen, trotzdem fehlen ihm im Vergleich zur ursprünglichen Planung Schneetage. Gerade für einen Fahrer wie Odermatt, der mehrere Disziplinen bestreitet, ist das nicht ganz unwichtig.

Grund zur Panik besteht deswegen nicht. Aber die letzten Wochen vor dem Saisonstart bekommen für den Nidwaldner damit zusätzliche Bedeutung.

Eines ist ohnehin klar: Odermatt bleibt das grosse Aushängeschild des Unterwaldner Skisports. Er gehört auch 2026/27 der 15-köpfigen alpinen Nationalmannschaft von Swiss-Ski an. 

Michelle Gisin: Der schwierigste Weg zurück

Ganz anders sieht die Situation bei Michelle Gisin aus Engelberg aus.

Nach ihrem schweren Trainingssturz im Dezember 2025 in St. Moritz ist der Weg zurück lang. Statt Trainingslagern und schnellen Schwüngen bestimmten während Monaten Rehabilitation und Physiotherapie ihren Alltag. Im August berichtete Gisin, dass sie weiterhin an ihrem Comeback arbeitet. 

Wann sie tatsächlich wieder Rennen bestreiten kann, ist offen. Gisin hat deutlich gemacht, dass zunächst etwas anderes zählt: wieder auf Ski stehen und herausfinden, wie sich ihr Körper anfühlt. Erst danach soll über die sportliche Zukunft entschieden werden. 

Für die zweifache Olympiasiegerin dürfte der Winter 2026/27 deshalb weniger ein Kampf gegen die Stoppuhr als zunächst ein Kampf um die Rückkehr sein.

Delia Durrer bleibt dran

Auch Delia Durrer gehört zu den bekannten Nidwaldner Namen im Schweizer Skisport.

Die Speed-Spezialistin vom Skiclub Beckenried-Klewenalp gehört für die Saison 2026/27 weiterhin dem B-Kader von Swiss-Ski an. Damit bleibt sie Teil der nationalen Struktur und arbeitet weiter daran, sich im internationalen Speed-Zirkus zu etablieren. 

Und ausgerechnet aus ihrem Umfeld kommt eine der spannendsten Nachwuchsgeschichten dieses Winters.

Aisha Läubli: Die junge Alpnacherin macht einen grossen Sprung

Aisha Läubli aus Alpnach hat für 2026/27 den direkten Sprung vom Regionalverband ins B-Kader von Swiss-Ski geschafft.

Damit verfügt der Skiclub Beckenried-Klewenalp mit Läubli und Durrer gleich über zwei Athletinnen in dieser Kaderstufe. 

Für Läubli bedeutet die Selektion vor allem eines: Der nächste Schritt Richtung Spitzensport ist geschafft.

Während bei Odermatt jedes Weltcuprennen unter grosser Beobachtung steht, beginnt bei der jungen Obwaldnerin nun eine ganz andere Geschichte. Sie muss sich weiter nach oben arbeiten und zeigen, wie weit der Weg im internationalen Skisport führen kann.

Genau solche Namen könnten in den kommenden Jahren für Unterwalden noch wichtig werden.

Priska Ming-Nufer gibt noch nicht auf

Besonders emotional ist die Situation bei Priska Ming-Nufer aus Alpnach.

Nach 18 Jahren gehört die Speed-Spezialistin erstmals nicht mehr einem Swiss-Ski-Kader an. Die Nachricht erreichte sie ausgerechnet während einer schwierigen Phase: Nach einer Knieverletzung im Februar musste sie am Meniskus operiert werden und ihre vergangene Saison vorzeitig beenden. 

Doch ein stiller Abschied sieht anders aus.

Ming-Nufer arbeitet weiter an ihrer Rückkehr. Ihr grosses Ziel ist ausgerechnet jener Ort, mit dem sie besonders schöne Erinnerungen verbindet: die Heim-Weltmeisterschaft 2027 in Crans-Montana. Dort gewann sie 2022 auch die Weltcup-Abfahrt – den bislang grössten Erfolg ihrer Karriere. 

Der kommende Winter könnte deshalb entscheiden, ob die 34-Jährige noch einmal auf die grosse Bühne zurückkehrt.

Nur einer gehört zur Nationalmannschaft

Bei den Kaderbezeichnungen gibt es einen wichtigen Unterschied. Swiss-Ski führt Nationalmannschaft, A-Kader und B-Kader als unterschiedliche Stufen.

Von den hier genannten Unterwaldner Ski-Assen besitzt für die Saison 2026/27 Marco Odermatt Nationalmannschaftsstatus. Insgesamt umfasst die alpine Schweizer Nationalmannschaft 15 Athletinnen und Athleten. 

Michelle Gisin gehört dem A-Kader an, Delia Durrer und Aisha Läubli dem B-Kader. Priska Ming-Nufer besitzt für diesen Winter keinen Swiss-Ski-Kaderstatus mehr.

Fünf Namen – fünf völlig verschiedene Geschichten

Genau das macht den kommenden Skiwinter aus Unterwaldner Sicht so spannend.

Odermatt ( 28) will nach seiner Verletzung möglichst schnell wieder seinen Rhythmus finden. Gisin (32) arbeitet überhaupt erst an der Rückkehr. Durrer (23)  kämpft um den nächsten Schritt im Speed-Bereich. Läubli (21) bekommt ihre Chance im Swiss-Ski-B-Kader. Und Ming-Nufer (34) versucht ausserhalb des Kaders noch einmal zurückzukommen.

Vom etablierten Weltstar bis zur jungen Hoffnung, vom Trainingsrückstand bis zum Comeback nach einer schweren Verletzung: Unterwaldens Ski-Asse starten mit völlig unterschiedlichen Geschichten in den Winter 2026/27.

Und vielleicht ist genau deshalb dieser Skiwinter in Nidwalden und Obwalden besonders interessant zu verfolgen.