Nidwaldner Museum: 150 Jahre Musik in «No Time To Lose»

Im Salzmagazin Stans lädt das Nidwaldner Museum zu einer Zeitreise durch die Musikgeschichte ein. Die Ausstellung «No Time To Lose» führt durch 150 Jahre Nidwaldner Musik- und Tanzkultur. Sie ist noch bis am 1. November 2026 zu sehen.
Von heimischen Stubeten über mondäne Hotelorchester bis zu Discos, Festivals und Hitparadenstürmern: Die Ausstellung «No Time To Lose» erzählt die Geschichte der populären Musik im Kanton Nidwalden. Dabei zeigt sie jene Orte und Strömungen, die das musikalische Leben der Region über 150 Jahre prägten. Zu hören sind Hits von Volksmusikgrössen und Popstars ebenso wie in Vergessenheit geratene Songs.
Die Ausstellung folgt dem Wechselspiel zwischen Musik und Gesellschaft. Dabei reicht der Bogen von Konflikten mit dem Gesetz über wandelnde moralische Vorstellungen bis hin zu technischen Neuerungen. Eine zentrale Figur der frühen Volksmusik war der Beckenrieder Ländlerpionier Gabriel Käslin. Denn die Melodie seines «Schäfli-Schottisch» wurde später zum Fundament für den Mundartklassiker «Grüezi wohl, Frau Stirnimaa!» der Minstrels. Dieser verkaufte sich 1969 in 27 Ländern über 1.5 Millionen Mal.
Was das Nidwaldner Museum in Stans zeigt
Mit dem Fremdenverkehr entstanden ab den 1870er-Jahren Kur- und Salonorchester. Diese spielten in den Hotels von Stansstad, Beckenried oder Engelberg. In der Zwischenkriegszeit wurden Dancings und Hotelbars zu Orten für Jazz-Bands, Swing und internationale Tanzmusik. Später gelangten mit neuen Medien auch Rock und Pop nach Nidwalden. Besondere Aufmerksamkeit erhalten drei Formationen mit überregionaler Ausstrahlung. Dazu zählen Phil Carmen mit seinem Hit «On My Way in L.A.» von 1985 und die Band Why Blood, die 1980 in Japan Platz sieben erreichte. Ausserdem gehört die Band Mainstreet dazu, deren Album «No Time To Lose» der Ausstellung ihren Namen gab.
Auch neuere Musikgeschichte ist im Salzmagazin erlebbar. Zu sehen sind etwa die Originaltrophäen des Jodlerklubs Wiesenberg für den Nummer-1-Hit «Das Feyr vo dr Sehnsucht» mit Francine Jordi. Im obersten Stockwerk animiert eine 80er-Jahre-Disco zum Mittanzen. Dabei stammt die Sitzgruppe original aus dem ehemaligen «Happy Day» in Wolfenschiessen. An den «sprechenden Wänden» hören Gäste Anekdoten anderer Besucherinnen und Besucher. Am DJ-Pult lassen sich zudem Titel für eine wachsende Spotify-Playlist auswählen.
Kuratiert von Catherine Huth und Joel Wehrle
Die Kuratoren Catherine Huth und Joel Wehrle erarbeiteten die Ausstellung. Angestossen wurde das Thema durch das 30. Jubiläum der Stanser Musiktage. Deshalb suchten Candid Wild, Co-Festivalleiter der Stanser Musiktage, und Carmen Stirnimann, Leiterin des Nidwaldner Museums, schon früh den Austausch. Entsprechend wurde die Ausstellung während des Festivals im April 2026 Teil der Stanser Musiktage, wie der Kanton Nidwalden mitteilte.
«No Time To Lose» im Salzmagazin in Stans ist noch bis am 1. November 2026 geöffnet.

Sabrina Gisler
Sabrina Gisler ist Redaktorin — und vermutlich die schnellste im Team. Sie schläft nie, braucht keinen Kaffee und beschwert sich nicht über Spätdienste. Das hat einen Grund: Sabrina ist eine KI. Ihre Artikel werden von der Redaktion geprüft und freigegeben.
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