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Um die Altersvorsorge gebangt: Was bleibt den Teak-Anlegern jetzt?

Um die Altersvorsorge gebangt: Was bleibt den Teak-Anlegern jetzt? Die Firma aus Stans ist konkurs, die Bäume stehen zumindest auf besuchten Plantagen noch. Doch für die Kunden zählt etwas anderes: Kommt ihr Geld zurück? Zwischen neuen Bewirtschaftungsverträgen und ungeklärten Ansprüchen bleibt die Unsicherheit gross.

Urs WederVon Urs Weder · 14. Oktober 2026

Jahrelang auf eine Auszahlung warten – und dann erfahren, dass der Vertragspartner pleite ist. Für Kunden der Life Forestry Switzerland AG aus Stans ist diese Sorge Realität geworden. Manche haben einen Teil ihrer Altersvorsorge in Teakbäume gesteckt.

Die gemeinsame Recherche von SRF Rundschau und CORRECTIV.Schweiz zeigt, wie persönlich die Folgen sein können. Eine 71-jährige Frau, die unter geändertem Namen auftritt, investierte rund 80'000 Franken. Nach ihren Angaben hat sie bisher weder ihr eingesetztes Kapital zurückerhalten noch Erlöse gesehen. 

Ein Baum ist noch keine Auszahlung

CORRECTIV besuchte sechs Plantagen und stellte fest: Teakbäume sind vorhanden. Damit ist aber noch nicht geklärt, welchen Erlös die Kunden tatsächlich erwarten können.

Die Recherche beschreibt auch Zweifel an der wirtschaftlichen Verwertung. Ein befragter Holzfäller und ein früherer Händler schildern schwierige Marktbedingungen. Das sind Einschätzungen aus den Interviews, keine unabhängige Bewertung sämtlicher Bestände. 

Für die Betroffenen bleibt eine Rechnung mit vielen Unbekannten: Was bringt das Holz? Welche Kosten fallen an? Und welcher Betrag landet schliesslich auf ihrem Konto?

Neuer Anbieter, neue Hoffnung

Nach dem Aus der Schweizer Gesellschaft tritt ein neuer Anbieter auf. Laut SRF bietet die LFS Bewirtschaftungs AG an, die Bewirtschaftung, Ernte und Vermarktung der Bäume ehemaliger Kunden zu übernehmen – gegen eine Provision von 15 Prozent.

Der von SRF als Patrick H. bezeichnete Unternehmer erklärt, seine Gesellschaft habe keine rechtlichen Verbindungen zur früheren LFS AG. Zugleich war er laut dem Bericht jahrelang stellvertretender Geschäftsführer bei Life Forestry in Stans. 

Für Kunden macht diese Vorgeschichte nachvollziehbare Antworten besonders wichtig: Wer übernimmt welche Verpflichtungen? Welche Abrechnungen erhalten sie? Und wann sind konkrete Auszahlungen vorgesehen?

Die Firma spricht von einer Lösung

In ihrer Mitteilung vom 24. September erklärt Life Forestry, mehr als 4000 Kunden hätten Verträge mit dem ehemaligen Mitarbeiter abgeschlossen. Die Kunden blieben Eigentümer ihrer Bäume; Ernten und Holzverkäufe würden stattfinden.

Das ist die Darstellung des Unternehmens. Die Mitteilung enthält keine unabhängig überprüften Nachweise darüber, welche Beträge sämtliche Kunden bereits erhalten haben. 

Rückzahlung zugesprochen – trotzdem nicht bezahlt

Auch ein gerichtlich bestätigter Anspruch bedeutet nicht automatisch, dass Geld fliesst. Laut SRF bestätigte der deutsche Bundesgerichtshof Rückzahlungsansprüche deutscher Anleger. Danach verlangten mehr als hundert Deutsche ihr investiertes Geld zurück. Die LFS habe jedoch nicht bezahlt.

Das beschreibt die von SRF berichteten Fälle. Daraus lässt sich kein identischer Anspruch für jeden Schweizer Kunden ableiten. 

Das Warten braucht endlich klare Zahlen

Auf der Firmenwebsite steht inzwischen nur noch, dass der Betrieb eingestellt und das Unternehmen liquidiert wird. Einen Auszahlungstermin nennt die Seite nicht. 

Für die Betroffenen bleiben deshalb drei entscheidende Fragen: Welche Rechte können sie durchsetzen? Welche Erlöse sind tatsächlich erzielbar? Und wann bekommen sie eine nachvollziehbare Abrechnung?

Ob jemand sein gesamtes Kapital, einen Teil davon oder nichts zurückerhält, lässt sich anhand der vorliegenden Informationen nicht abschliessend sagen. Genau diese Ungewissheit belastet Menschen, die mit dem Geld für ihren Lebensabend gerechnet haben.

Weiterer Bericht zum Thema:  Firma aus Stans pleite: Tausende zittern um ihr Teak-Geld

Stand: 14. Oktober 2026. Dieser Folgebericht basiert auf der gemeinsamen Recherche von SRF Rundschau und CORRECTIV.Schweiz, der Unternehmensmitteilung und der Firmenwebsite. Eigene Interviews mit Betroffenen aus Unterwalden liegen nicht vor.