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Der Traum vom Eigenheim wird in Unterwalden immer teurer

Wohneigentum in Unterwalden bleibt begehrt und wird zunehmend teurer. KI-generiertes Symbolbild, keine reale Ortsaufnahme.

Wer in Obwalden oder Nidwalden Wohneigentum sucht, braucht ein zunehmend grosses Budget. Bei den Hauspreisen verzeichnet Obwalden inzwischen den stärksten Jahresanstieg der Schweiz. Die jüngsten Marktdaten zeigen allerdings auch Bewegung in die andere Richtung – und bei den Wohnungsmieten gibt es zumindest kurzfristig etwas Entlastung.

Urs WederVon Urs Weder · 4. November 2026
Eine Million Franken: Für viele Menschen ist das eine Summe, auf die sie ein Leben lang hinarbeiten. Auf dem Obwaldner Wohnungsmarkt reicht sie inzwischen selbst für die günstigste der untersuchten Musterwohnungen nicht mehr aus. Eine neuwertige Eigentumswohnung mit 140 Quadratmetern Wohnfläche sowie Balkon oder Terrasse überschreitet laut dem aktuellen Eigenheimindex der Obwaldner Kantonalbank mittlerweile in jeder Gemeinde die Millionengrenze. Die Auswertung zeigt damit anschaulich, wie hoch die Einstiegshürde geworden ist. Sie beschreibt allerdings ein definiertes Vergleichsobjekt; kleinere oder ältere Wohnungen können günstiger sein. OKB-Eigenheimindex

Obwalden führt beim Hauspreisanstieg

Besonders ausgeprägt ist der Anstieg bei den Einfamilienhäusern. Innerhalb eines Jahres legten deren Preise in Obwalden um 7,2 Prozent zu. Kein anderer Kanton verzeichnet laut OKB ein stärkeres Wachstum. Der Schweizer Vergleichswert desselben Index liegt bei 2,8 Prozent. Auch Eigentumswohnungen verteuerten sich in Obwalden mit einem Jahresplus von 6,7 Prozent deutlich stärker als im Landesmittel von 3,9 Prozent. Für die Musterwohnung in Sarnen sind inzwischen nahezu 1,4 Millionen Franken aufzuwenden – ungefähr gleich viel wie im Nidwaldner Hauptort Stans. 

In Nidwalden fehlt vor allem das Angebot

Auch auf der anderen Seite des Kernwalds ziehen die Preise weiter an. Die Nidwaldner Kantonalbank meldet für Einfamilienhäuser einen Zuwachs von 4 Prozent innerhalb von zwölf Monaten, bei Eigentumswohnungen sind es 4,9 Prozent. Die im Frühjahr erkennbare Abschwächung erwies sich als vorübergehend: Allein im vergangenen Halbjahr verteuerten sich Häuser um 3,5 Prozent und Eigentumswohnungen um 2,8 Prozent. 

Hinter diesen Zahlen steht ein Markt, auf dem oft schon die Auswahl fehlt. In Nidwalden wechseln nach Angaben der Kantonalbank jährlich nur einige Dutzend Einfamilienhäuser die Eigentümerschaft. Weil Bauflächen rar sind, gewinnt verdichtetes Bauen an Bedeutung. Drei Viertel der verkauften Wohnobjekte sind bereits Eigentumswohnungen. Für Kaufinteressierte wird die Wohnung damit zur immer wichtigeren Alternative zum Haus mit Garten. Doch auch dort bleibt die Konkurrenz gross. «Das knappe Angebot hält den Preisdruck hoch», hält Rico Weber, Leiter Privat- und Firmenkunden der NKB, in der Mitteilung fest. 

Rund 9'600 Franken für einen Quadratmeter

Zum landesweiten Bild passen die Zahlen, die ImmoScout24 und das Immobilienberatungsunternehmen IAZI am 4. November veröffentlicht haben. Ende Oktober wurden Eigentumswohnungen schweizweit für durchschnittlich rund 9'600 Franken pro Quadratmeter angeboten, 4,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei Einfamilienhäusern lag der Wert bei 8'040 Franken und damit 3,1 Prozent höher. Diese Zahlen erfassen die Preisvorstellungen in Inseraten. Die Eigenheimindizes der Kantonalbanken beruhen dagegen auf tatsächlich erfolgten Handänderungen. Die beiden Auswertungen beleuchten somit unterschiedliche Schritte auf dem Weg zum Immobilienkauf. 

Im Oktober sinken die Angebotspreise

Gerade die Inserate liefern nun ein bemerkenswertes Signal: Im Oktober wurden Einfamilienhäuser in der Zentralschweiz im Schnitt 2,5 Prozent günstiger ausgeschrieben als im September. Bei Eigentumswohnungen betrug der Rückgang 0,2 Prozent. Wer aktuell sucht, könnte deshalb auf etwas tiefere Preisforderungen treffen. Ob daraus eine dauerhafte Entspannung entsteht, lässt sich aus einem einzelnen Monat allerdings noch nicht ablesen. Die Zahlen gelten zudem für die gesamte Zentralschweiz und erlauben keine entsprechende Aussage für jede Unterwaldner Gemeinde. 

Etwas Entlastung bei den Mietwohnungen

Und wer vorerst weiter zur Miete wohnt? Dort fällt die jüngste Entwicklung etwas freundlicher aus. Laut dem im Oktober veröffentlichten Homegate-Mietindex gingen die ausgeschriebenen Wohnungsmieten in Nidwalden zwischen Juni und September um 5,1 Prozent zurück. Landesweit blieben sie im dritten Quartal nahezu unverändert. Gegenüber September 2025 lagen die Angebotsmieten jedoch weiterhin in allen Kantonen höher. In Obwalden betrug das Jahresplus 1,2 Prozent, schweizweit waren es 1,7 Prozent. 

Für Wohnungssuchende sind tiefere Inseratspreise eine willkommene Nachricht. Wer bereits einen Mietvertrag hat, kann daraus aber keine automatische Veränderung seiner Monatsmiete ableiten: Der Index erfasst neu oder erneut ausgeschriebene Wohnungen, keine laufenden Mietverhältnisse. So bleibt der Wohnungsmarkt in Unterwalden von zwei Entwicklungen geprägt: Wohneigentum hat sich innert Jahresfrist deutlich verteuert, während sich bei den ausgeschriebenen Mietwohnungen zuletzt zumindest etwas Spielraum geöffnet hat. 


Quellen: Obwaldner Kantonalbank: OKB-Eigenheimindex, November 2026; Nidwaldner Kantonalbank: Entwicklung der Eigenheimpreise, 30. Oktober 2026; ImmoScout24/IAZI: Kaufindex Oktober 2026, veröffentlicht am 4. November 2026; Homegate/Zürcher Kantonalbank: Mietindex September 2026, veröffentlicht am 15. Oktober 2026.